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Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm I/Der gestiefelte Kater

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Die drei Sprachen Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm I von Johannes Bolte, Jiří Polívka
33a. Der gestiefelte Kater
Die kluge Else
[325]
33a. Der gestiefelte Kater.

Ein Müller hatte drei Söhne, seine Mühle, einen Esel und einen Kater; die Söhne mußten mahlen, der Esel Getreide holen und Mehl forttragen und die Katz die Mäuse wegfangen. Als der Müller starb, teilten sich die drei Söhne in die Erbschaft: der älteste bekam die Mühle, der zweite den Esel, der dritte den Kater, weiter blieb nichts für ihn übrig. Darüber ward er traurig und sprach zu sich selbst: ‘Ich hab es doch am allerschlimmsten kriegt; mein ältester Bruder kann mahlen, [326] mein zweiter kann auf seinem Esel reiten, was kann ich mit dem Kater anfangen? Laß ich mir ein paar Pelzhandschuhe aus seinem Fell machen, so ists vorbei.’ – ‘Hör’, fing der Kater an, der alles verstanden hatte, was er gesagt, ‘du brauchst mich nicht zu töten, um ein paar schlechte Handschuh aus meinem Pelz zu kriegen. Laß mir nur ein paar Stiefel machen, daß ich ausgehen kann und mich unter den Leuten sehen lassen, dann soll dir bald geholfen sein’. – ‘Was? Ein paar ordentliche Stiefel willst du wie andere Leute auch?’ – ‘Das sollt ich meinen’, sprach der Kater. Der Müllerssohn verwunderte sich, daß der Kater so sprach; weil aber eben der Schuster vorbeiging, rief er ihn herein und ließ ihm ein paar Stiefel anmessen. Als sie fertig waren, zog sie der Kater an, nahm einen Sack, machte den Boden desselben voll Korn, oben aber eine Schnur daran, womit man ihn zuziehen konnte, dann warf er ihn über den Rücken und ging auf zwei Beinen wie ein Mensch zur Tür, klinkte sie auf und mir nichts, dir nichts durch die Gassen zum Tor hinaus.

Dazumal regierte ein König in dem Land, der aß die Rebhühner so gern; es war aber eine Not, daß keine zu kriegen waren. Der ganze Wald war voll, aber sie waren so scheu, daß kein Jäger sie erreichen konnte. Das wußte der Kater und gedacht seine Sache besser zu machen; als er in den Wald kam, tat er den Sack auf, breitete das Korn auseinander, die Schnur aber legte er ins Gras und leitete sie hinter eine Hecke. Da versteckte er sich selber, schlich auf und ab, schaute und lauerte. Die Rebhühner kamen bald gelaufen, fanden das Korn, und eins nach dem andern hüpfte in den Sack hinein. Der Kater fing an zu spinnen vor Vergnügen, daß alles so wohl ging; doch hielt er sich, bis eine gute Anzahl darin war; da zog er den Strick zu, lief heran und drehte ihnen den Hals um; dann warf er den Sack auf den Rücken, war guter Dinge und ging geradeswegs nach des Königs Schloß. Die Wache rief: ‘Halt! Wohin?’ – ‘Zu dem König,’ antwortete der Kater kurzweg. ‘Bist du toll? Ein Kater zum König?’ – ‘Laß ihn nur gehen’, sagte ein anderer, ‘der König hat doch oft lange Weil; vielleicht macht ihm der Kater mit seinem Brummen und Spinnen Vergnügen.’ Der Kater zog den Schwanz auf den Rücken und trat ein. Als er vor den König kam, machte er eine Reverenz und sagte: ‘Mein Herr, der Graf (dabei nannte er einen langen und vornehmen Namen) läßt sich dem Herrn König empfehlen und schickt ihm hier Rebhühner, die er eben in Schlingen gefangen hat.’ – ‘Daß dich’, sagte der König erstaunt, als er die schönen Rebhühner sah, blies daran und fühlte, ob sie auch recht fett wären, wußte sich vor Freude nicht zu lassen und befahl, dem Kater soviel Gold aus der Schatzkammer in den Sack zu tun, als er tragen könne: ‘Das bring deinem Herrn und dank ihm noch vielmal für sein Geschenk!’

[327] Der arme Müllerssohn aber saß zu Haus am Fenster, stützte den Kopf auf die Hand und dachte, daß er nun sein Letztes für die Stiefel des Katers weggegeben, und was werde ihm der Großes dafür bringen können. Da trat der Kater herein, warf den Sack vom Rücken, schnürte ihn auf und schüttete das Gold vor den Müller hin: ‘Da hast du etwas für die Stiefel; der König läßt dich auch grüßen und dir viel Dank sagen.’ Der Müller war froh über den Reichtum, ohne daß er noch recht begreifen konnte, wie es zugegangen war. Der Kater aber, während er seine Stiefel auszog, erzählte ihm alles; dann sagte er: ‘Du hast zwar jetzt Geld genug, aber dabei soll es nicht bleiben. Morgen zieh ich meine Stiefel wieder an und geh aus; du sollst noch reicher werden. Dem König hab ich auch gesagt, daß du ein Graf bist.’

Am andern Tag ging der Kater, wie er gesagt hatte, wohl gestiefelt wieder auf die Jagd und brachte dem König einen reichen Fang. So ging es alle Tage, und der Kater brachte alle Tage Gold heim und ward so beliebt wie einer bei dem König, daß er aus- und eingehen durfte und im Schloß herumstreichen, wo er wollte.

Einmal stand der Kater in der Küche des Königs beim Herd und wärmte sich, da kam der Kutscher und fluchte: ‘Ich wünsch, der König mit der Prinzessin wär beim Henker. Die plagt wieder die Langeweile. Ich wollt ins Wirtshaus gehen und einmal trinken und Karte spielen, da soll ich sie spazieren fahren an den See.’

Wie der Kater das hörte, schlich er nach Haus und sagte zu seinem Herrn: ‘Wenn du willst ein Graf und reich werden, so komm mit mir hinaus an den See und bad dich darin!’ Der Müller wußte nicht, was er dazu sagen sollte, doch folgte er dem Kater, ging mit ihm, zog sich splinternackend aus und sprang ins Wasser. Der Kater aber nahm seine Kleider, trug sie fort und versteckte sie. Kaum war er damit fertig, da kam der König dahergefahren. Der Kater fing sogleich an erbärmlich zu lamentieren: ‘Ach allergnädigster König, mein Herr der hat sich hier im See gebadet, da ist ein Dieb gekommen und hat ihm die Kleider gestohlen, die am Ufer lagen. Nun ist der Herr Graf im Wasser und kann nicht heraus, und wenn er länger darin bleibt, wird er sich erkälten und sterben.’ Wie der König das hörte, ließ er Halt machen, und einer von seinen Leuten mußte zurückjagen und von des Königs Kleidern holen. Der Herr Graf zog die prächtigsten Kleider an, und weil ihm ohnehin der König wegen der Rebhühner, die er meinte von ihm empfangen zu haben, gewogen war, so mußte er sich zu ihm in die Kutsche setzen. Die Prinzessin war auch nicht bös darüber; denn der Graf war jung und schön, und er gefiel ihr recht gut.

Der Kater aber war vorausgegangen und zu einer großen Wiese gekommen, wo über hundert Leute waren und Heu machten. ‘Wem [328] ist die Wiese, ihr Leute?’ fragte der Kater. – ‘Dem großen Zauberer.’ – ‘Hört, jetzt wird der König bald vorbeifahren. Wenn der fragt, wem die Wiese gehört, so antwortet: Dem Grafen! Und wenn ihr das nicht tut, so werdet ihr alle totgeschlagen.’ – Darauf ging der Kater weiter und kam an ein Kornfeld so groß, daß es niemand übersehen konnte; da standen mehr als zweihundert Leute und schnitten das Korn. ‘Wem ist das Korn, ihr Leute?’ – ‘Dem Zauberer.’ – ‘Hört, jetzt wird der König vorbeifahren. Wenn der fragt, wem das Korn gehöre, so antwortet: Dem Grafen! Und wenn ihr das nicht tut, so werdet ihr alle totgeschlagen.’ – Endlich kam der Kater an einen prächtigen Wald, da standen mehr als dreihundert Leute, fällten die großen Eichen und machten Holz. – ‘Wem ist der Wald, ihr Leute?’ – ‘Dem Zauberer.’ – ‘Hört, jetzt wird der König vorbeifahren. Wenn er fragt, wem der Wald gehört, so antwortet: Dem Grafen. Und wenn ihr das nicht tut, so werdet ihr alle umgebracht.’ Der Kater ging noch weiter, die Leute sahen ihm alle nach, und weil er so wunderlich aussah und wie ein Mensch in Stiefeln daherging, fürchteten sie sich vor ihm.

Er kam bald an des Zauberers Schloß, trat kecklich hinein und vor ihn hin. Der Zauberer sah ihn verächtlich an und fragte ihn, was er wolle. Der Kater machte eine Reverenz und sagte: ‘Ich habe gehört, daß du in jedes Tier nach deinem Gefallen dich verwandeln könntest. Was einen Hund, Fuchs oder auch Wolf betrifft, da will ich es wohl glauben, aber von einem Elephant, das scheint mir ganz unmöglich; und deshalb bin ich gekommen, um mich selbst zu überzeugen.’ Der Zauberer sagte stolz: ‘Das ist mir eine Kleinigkeit’, und in dem Augenblick verwandelte er sich in einen Elephant. ‘Das ist viel; aber auch in einen Löwen?’ – ‘Das ist auch nichts,’ sagte der Zauberer und stand als ein Löwe vor dem Kater. Der Kater stellte sich erschrocken, kroch in eine Ecke und rief: ‘Das ist unglaublich und unerhört, dergleichen hätt ich mir nicht im Traume in die Gedanken kommen lassen. Aber noch mehr als alles andere wär es, wenn du dich auch in ein so kleines Tier, wie eine Maus ist, verwandeln könntest. Du bist gewiß geschickter als irgend ein Zauberer auf der Welt, aber das wird dir doch zu hoch sein.’ Der Zauberer ward ganz freundlich von den süßen Worten und sagte: ‘O ja, liebes Kätzchen, das kann ich auch’, und sprang als eine Maus im Zimmer herum. Der Kater war hinter ihm her, fing die Maus mit einem Sprung und fraß sie auf.

Der König aber war mit dem Grafen und der Prinzessin weiter spazieren gefahren und kam zu der großen Wiese. ‘Wem gehört das Heu?’ fragte der König. – ‘Dem Herrn Grafen,’ riefen alle, wie der Kater ihnen befohlen hatte. – ‘Ihr habt da ein schön Stück Land, Herr Graf,’ sagte er. Danach kamen sie an das große Kornfeld. ‘Wem gehört [329] das Korn, Ihr Leute?’ – ‘Dem Herrn Grafen.’ – ‘Ei, Herr Graf, große, schöne Ländereien.’ – Darauf zu dem Wald. ‘Wem gehört das Holz, ihr Leute?’ – ‘Dem Herrn Grafen.’ – Der König verwunderte sich noch mehr und sagte: ‘Ihr müßt ein reicher Mann sein, Herr Graf, ich glaube nicht, daß ich einen so prächtigen Wald in meinem ganzen Reiche habe.’

Endlich kamen sie an das Schloß. Der Kater stand oben an der Treppe, und als der Wagen unten hielt, sprang er herab, machte die Türe auf und sagte: ‘Herr König, Ihr gelangt hier in das Schloß meines Herrn, des Grafen, den diese Ehre für sein Lebtag glücklich machen wird.’ Der König stieg aus und verwunderte sich über das prächtige Gebäude, das fast größer und schöner war als sein Schloß. Der Graf aber führte die Prinzessin die Treppe hinauf in den Saal, der ganz von Gold und Edelsteinen flimmerte.

Da ward die Prinzessin mit dem Grafen versprochen; und als der König starb, ward er König, der gestiefelte Kater aber erster Minister.

Von Jeanette Hassenpflug zu Kassel im Herbst 1812. In der 2. Auflage ausgeschlossen wegen der offenbaren Abhängigkeit von Perraults ‘Chat botté’, der in gedruckten deutschen Übersetzungen verbreitet war, die den Grafen Carabas, d. h. einen vornehmen, im Wagen (char à banc) fahrenden Herrn, in einen Sabarak umdrehten.

Die ältesten Fassungen des Märchens sind zusammengestellt von einem Anonymus: Das Märchen vom gestiefelten Kater, in den Bearbeitungen von Straparola, Basile, Perrault und Ludwig Tieck, mit zwölf Radierungen von Otto Speckter (Leipzig 1843). Ralston, Puss in boots (The nineteenth century 13, 88–104. 1883). Polívka, Le chat botté (Sofia 1900. Aus dem bulgarischen Sbornik za narodni umotverenija Bd. 16–17. 1900). Macculloch, The childhood of fiction 1905 p. 225 ‘Puss in boots’.

Straparolas Erzählung von Constantino (11, nr. 1) = Crane p. 348 ist zwar, wie J. Grimm in der Vorrede zu Liebrechts Verdeutschung des Pentamerone (1, XVI–XXII. 1846) bemerkt, die älteste, aber doch die dürftigste Fassung. Eine arme Witwe hinterläßt für ihre drei Söhne Backtrog, Brotkorb, Katze. Diese, dem jüngsten Sohne zugefallen, fängt Hasen und trägt sie dem König hin, ladet ihren Herrn ein und wirft ihn ins Wasser, als wäre er ertrunken, damit ihn der König bekleiden lasse; sobald aber die Hochzeit gefeiert ist und der König Land und Leute des Schwiegersohns sehen will, läuft sie eilends voraus, um unterwegs Reiter, Hirten und Schloßleute zu bedrohen, daß sie sich für Constantinos Dienerschaft ausgeben; und [330] das Glück will, daß der eigentliche Landherr Valentino nicht heimkehrt, sondern eines plötzlichen Todes stirbt. Die gatta heißt ausdrücklich fatata, aber nachdem sie ihres Herrn Glück gegründet hat, wird nichts weiter von ihr erzählt. – Basiles Gagliuso (Pentamerone 2, nr. 4) ist reicher ausgestattet. Ein Vater hinterläßt seinen beiden Söhnen dem einen ein Sieb, dem andern eine Katze. Diese erbarmt sich ihres Herrn und fängt Fische und Schnepfen, die sie hintereinander zum König trägt als Geschenke des Signore Gagliuso. Als der König seinen unbekannten Freund näher kennen lernen will, meldet sie, der Kammerdiener sei ihm heut entlaufen und habe alle Kleider mitgenommen, worauf ihm der König Kleider sendet und ihn prächtig bewirtet. Gut erzählt ist, wie dabei die Katze durch schnelle Vorwände Gagliusos niedrigem Sinn zu Hilfe kommen muß. Bald aber wünscht der König dessen angebliche Reichtümer kennen zu lernen und entsendet erkundigende Boten, denen jedoch die Katze voraneilt; und sie weiß es dahin zu bringen, daß auf den Feldern alle Hirten der Schafe, Kühe, Pferde sich für Gagliusos Leute ausgeben, sodaß nachher die Heirat mit des Königs Tochter schnell zustande kommt. Auf diese Weise wurde Gagliuso steinreich und glücklich und versprach seiner Katze aufs heiligste, daß sie zeitlebens gepflegt, nach ihrem Tode aber einbalsamiert und in goldenem Sarge aufbewahrt werden solle. Nach einiger Zeit stellt sich aber die Katze tot[1], und sogleich will Gagliuso sie am Beine greifen und zum Fenster hinauswerfen; da erhebt sich plötzlich die Totgeglaubte und entspringt dem Undankbaren. – Bei Perrault, wo ein sterbender Müller seinen drei Söhnen Mühle, Esel und Katze hinterläßt, verlangt die Katze ein Paar Stiefel, worin J. Grimm die auch von Zwergen oder Riesen angezogenen Meilenstiefel erblickt, deren der Kobold oder Hinzelmann hier bedarf, um mit gewaltiger Schnelle Wild zu jagen und alle übrigen Vorkehrungen zu treffen, die seinen Schützling als reichen Herren erscheinen lassen; vgl. Deutsche Mythologie³ S. 471. 476. 1051. 3, 145. Auch in einem österreichischen Kinderlied (Ziska und Schottky 1819 S. 12 = Böhme, Kihderlied und Kinderspiel 1897 S. 83) kommt die Vorstellung vor:

Hop, Hop, Heserlmåñ
Unsa Kåz håd Schtiferln åñ,
Rennt dåmid af Hollabrunn[2],
Fiñdt a Kiñdl in da Sunn.
Wiå solls hoaßn?
Kizl oda Goaßl.

[331] Eine Anspielung steckt möglicherweise in Fischarts Spielverzeichnis (Gargantua 1890 S. 265): ‘Im Sack ein Repphuhn, das übrig soll mein Knecht Heintz thun’, im prosaischen Reineke S. 20 sagt der Kater, Rebhühner fangend: ‘Rips raps, in meinen Sack!’ – Neu ist bei Perrault ferner die Überlistung des Ogers, den die Katze dahin bringt, die Gestalt einer Maus anzunehmen, damit sie ihn alsbald auffressen und sein Schloß ihrem Herrn erwerben kann.

In den neueren Volksmärchen[3] tritt zuweilen an die Stelle der Katze ein Fuchs, ein Hund, ein Hahn, ein Affe, ein Schakal oder eine Gazelle[4].

Siebenbürgisch bei Haltrich nr. 13 ‘Der Federkönig’, wo die Katze dem Knaben einen Mantel aus Vogelfedern macht und sich schließlich in eine schöne Frau verwandelt. – Vlämisch in T daghet in den oosten 1, 74 ‘Een zeggen van Korenbloms man’ (1885. Revue des trad. pop. 1, 184). Van Heurck et Boekenoogen p. 323 ‘De gelaarsde Kat’. – Dänisch bei Kristensen, Aev. fra Jylland 4, 77 nr. 13 ‘Henning Katslaaers Ejendom’. Grundtvig, Minder 1, 71 ‘Det fattige Lig’ (vermischt mit dem dankbaren Toten). – Schwedisch ein Volksbuch nach Perrault ‘Mäster-Katten eller Katten i stöflor’ (1786 u. ö. = Bäckström, Sv. folkböcker 2, 237). Cavallius-Stephens nr. 12 ‘Das Schloß, das auf Goldpfeilern stand’; ein Mädchen ist Heldin; der Kater verwandelt sich in ein Brot, legt sich vor das Schlüsselloch und erzählt dem nachts heimkehrenden Riesen so lange von des Brotes Entstehung,[5] bis die Sonne aufgeht und der Riese zerplatzt. Åberg nr. 276 ‘Kattens slott’. Allardt nr. 69 ‘Kattnburg’ und nr. 106 ‘Om Anders o kattn’. Hackmans Register nr. 545a. – Norwegisch bei Asbjörnsen-Moe [332] nr. 28 ‘Herre-Peer’ = Bresemann 1, 200 = Dasent p. 340 (die Katze jagt Renntier, Hirsch und Elenn, hält den Troll durch die Geschichte des Korns hin, bis er zerspringt, wird dann, als ihr Peer auf ihr Geheiß das Haupt abgeschlagen hat, zu einer Prinzessin und heiratet ihn). Asbjörnsen, Kari Träatak bei Cox, Cinderella 1893 p. 146 (vermischt mit Aschenputtel). Haukenäs p. 35 ‘Tore Bytne og Kjætten’. Bergh 3, 19. (Roß), Ein Soge Bundel p. 57. – Englisch als Volksbuch ‘Puss in boots’ (nach Perrault. Ashton, Chap-books of the 18. century 1882 p. 485. J. Cheap, The chapman’s library 3. 1878). – Französisch bei Sébillot, Revue des trad. pop. 9, 38. 40 ‘Le marquis de Carabas’, ‘Le renard doré’; 9, 53 ‘Le prince Jabot’. Revue des langues rom. 3, 396 nr. 17 ‘Lou compaire gatet’ (Schluß wie bei Basile). Rolland, La faune populaire 4, 1, 121 nr. 94. – Italienisch bei Schneller nr. 43 ‘Graf Martin von der Katze’ (Schluß wie bei Basile). Pitrè, Nov. tosc. S. 81 nr. 12 ‘La golpe’. Imbriani 1877 S. 138 nr. 10 = Monnier p. 254 ‘Le roi Happe-fumée.’ Rivista delle trad. pop. 1, 522 ‘Don Perra ’e Sacca’. Finamore 1, 229 nr. 46 ‘Dun Giuuanni de Lupine’. De Nino 3, 267 nr. 53 ‘Barone Caiuso’. Corazzini p. 452 nr. 13 ‘La jatta e u padrone’. Gonzenbach nr. 65 ‘Vom Conte Piro’ (Fuchs. Schluß wie bei Basile); dazu Zs. f. Volksk. 6, 165. Pitrè, Fiabe sicil. 2, 273 nr. 88 ‘Don Giuseppi Piru’ = Crane p. 127 nr. 33. Pitrè 2, 267 nr. 87 ‘Don Giuvanni Misiranti’ und nr. 89 ‘Lu cani ’nfatatu’. Grisanti 1, 228 ‘Don Cola Caulo’ (Fuchs). – Maltesisch bei Stumme nr. 3 ‘Der Kater’ (wie Perrault). – Spanisch bei Duran, Romancero general nr. 327 = Hofmann y Wolf, Primavera nr. 135 ‘El conde Sol’. – Griechisch in Νεοελληνικὰ Ἀνάλεκτα 1, nr. 3 Ὁ ἀφέντης ὁ Τριορρῶγας = Misotakis S. 37 ‘Herr Dreiweinbeere’ = Legrand p. 15 (Fuchs). Νεοελλ. Ἀνάλεκτα 2, 66 nr. 25.[6]Rumänisch bei Şăinénu p, 165 (drei Fassungen, eine aus Macedonien). Schullerus, Archiv 33, 529 nr. 66 ‘Juon der [333] Arme’ (Hahn; zwölf Drachen verbrannt) und 33, 595 nr. 95 ‘Der Fuchs im Kraut’ (drei Drachen verbrannt). – Serbokroatisch bei Vojinović S. 88 nr. 12 ‘Schatarbegs Paläste’ = Jagić, Archiv f. slav. Phil. 1, 285 (R. Köhler 1, 416). Bos. nar. pripov. S. 75 nr. 20 = Krauß 1, 69 nr. 24 ‘Zlatumbeg’ (Fuchs; Riesen verbrannt). Naselja srpskih zemalja 3, 491 nr. 14. Polívka, Archiv f. slav. Phil. 19, 248 nr. 8. – Bulgarisch in Chudjakovs Materialien zum Studium der Volksliteratur 1863 S. 15 = Gonzenbach 2, 245 (Fuchs, die Hundsköpfe verbrannt, Schluß wie bei Basile). Sbornik min. 4, 159. 174. 5, 191. 13, 209. 16–17, Material. S. 314. Šapkarev 9, 396 nr. 242. – Slovakisch in Nordungarn: Škultety-Dobšinský S. 357 nr. 37 = 2. Aufl. S. 737. – Großrussisch bei Afanasjev 4, nr. 10 = 3. Aufl. 1, 245 nr. 98 = De Gubernatis, Die Tiere S. 442 ‘Buchtan Buchtanovič’ (Fuchs vertreibt Schlange, Krähe und Hahn aus dem Schloß). Afanasjev 4, nr. 11 = 3. Aufl. 1, 247 nr. 99 = De Gubernatis S. 443 = Goldschmidt S. 108 ‘Vierzig mal vierzig’ (Fuchs). Chudjakov 3, 89 nr. 98 = Gonzenbach 2, 244. Sadovnikov S. 82 nr. 15. Bei Dietrich S. 158 nr. 12 ‘Von einem Schuster und seinem Diener Pritschnitschkin’ macht statt des Katers oder Fuchses ein Dämon den Schuster Gorja zum Schwiegersohn des Fürsten Mistafer. – Kleinrussisch: Rudčenko 1, 31 nr. 18. 2, 9 nr. 5–6. Čubinskij 2, 204 nr. 56. Malinka S. 320 nr. 39–41. Etnograf. Zbirnyk 7, 98 nr. 53. 9, 102 nr. 57. Kaindl, Zs. f. Volkskunde 9, 409 nr. 7 ‘Der Kater’. – Weißrussisch: Gliński 3, 144 (wie Perrautt). Šejn 2, 11 nr. 8. 2, 128 nr. 58. 2, 130 nr. 59. Romanov 3, 219 nr. 33. 3, 222 nr. 34. 3, 224 nr. 35. 3, 226 nr. 36. Dobrovoljskij 1, 102 nr. 43. – Lettisch: Zbiór wiadom. 18, 385 nr. 44. – Estnisch bei Kallas nr. 37 ‘Der Aschenkönig’ (Verhdl. 20, 159). – Finnisch bei Salmelainen 1, 47. 1, 57 (Gonzenbach 2, 242. Fuchs). 2, nr. 2. Suomi 2, 13, 120. Aarnes Register nr. 545a–b. – Mordwinisch bei Paasonen nr. 12 ‘Der schöne Damai’ (Journal de la soc. finno-ougr. 12, 138. Fuchs) = Anikin S. 61 nr. 11. – Ungarisch bei Kriza nr. 17 = Jones & Kropf p. 1 nr. 1 ‘Prince Csihán’. Horger nr. 35. – Türkisch von den Gagausen Bessarabiens bei Radloff 10, 63 nr. 41.

Awarisch bei Schiefner nr. 6 ‘Bukutachi Chan’ (R. Köhler 1, 558. Fuchs. Schluß wie bei Basile). – Imeretinisch Sborn. Kavkaz. 19, 2, 71. – Kurdisch bei Lerch, Forschungen 1, 83 (1857. Müller und Fuchs). – Kürinisch: Sbornik Kavkaz. 14, 2, 165 ‘Der Bienenkönig’. – Tatarisch bei Radloff 1, 271 (Fuchs. [334] Schlangen verbrannt) und 4, 358 ‘Salamsa der Herrscher’ (Fuchs). Sborn. Kavkaz. 35, 2, 93 nr. 4. – Mongolisch bei Gardner nr. 31 ‘Boroltai Ku’ (Folk-lore Journal 4, 32. Fuchs). – Indisch bei Knowles p. 186 ‘The clever jackal’. L. B. Day p. 226 nr. 18 ‘The match-making jackal’. Dracott p. 125 ‘The weaver’ (Schakal). Bompas, Santal Parganas p. 173 nr. 55 ‘Jogeshwar’s marriage’ (Schakal). – Philippinisch Journal of am. folk-lore 20, 108 ‘Juan and the monkey’; 20, 311 ‘Masoy and the ape’. – Von der Insel Mauritius bei Baissac, Essai sur le patois créole mauricien 1880 p. 121 ‘L’histoire du chat botté’. – Arabisch in 1001 Nacht 7, 19 Henning (Chauvin 6, 64 nr. 233 ‘Kaslâne le paresseux’), wo aber der hilfreiche Affe sich endlich als ein böser Dämon erweist; vgl. Basset, Revue des trad. pop. 14, 20 ‘Abou Mohammed el Keslan’. Rochemonteix p. 361 nr. 4 = Basset, Afrique p. 133 ‘Le singe et le bûcheron’. Rochemonteix p. 367 nr. 5 ‘Le renard et le pauvre homme’ (Revue des trad. pop. 3, 394). Steere, Swahili tales p. 13 ‘Sultan Darai’ (Gazelle). Kabylisch bei Rivière p. 99 ‘Le singe et le pêcheur’ (Schluß wie bei Basile). Die Undankbarkeit des Menschen wird noch mehr betont in einer Erzählung der Bantu-Neger bei Johnston, Uganda 2, 708 ‘The goat-herd and the leopard’; der Leopard läßt den Ziegenhirten, der ihm die geraubte Ziege streitig macht, im Walde eine Hütte bauen und versorgt ihn reichlich mit Fleisch, sodaß der Knabe einen Topf und Bananen dafür eintauscht, ein Weib nimmt und Häuptling wird; als aber bei einem Feste einer seiner Leute den Leoparden tötet, zerrinnt sein Glück. Entfernter steht ein Märchen aus dem französischen Kongogebiet (Dennett 1898 p. 35 ‘How Nsassi got married’), wo ein Hund seinem Herrn zu zwei Frauen verhilft, indem er ihm ihre Namen verrät, und ein Indianermärchen (Mary A. Owen, Musquakie Indians 1904 p. 88 ‘The grey wolf and the orphan boy’), wo ein Wolf das Glück des bei ihm wohnenden Waisenknaben begründet, indem er das Kind eines Häuptlings raubt und durch den Knaben zurückbringen läßt.


  1. Vgl. zu diesem Schlusse die Hochzeit der Frau Füchsin (nr. 38).
  2. Marktflecken in Unterösterreich.
  3. Von Kunstdichtungen seien genannt Tiecks geistreiches Lustspiel (1797), ein Gedicht von Friedr. Becker (um 1850. Berliner Ms. germ. oct. 316) und zwei französische Opern von Foignet (Le chat botté 1802) und Grisar (La chatte merveilleuse 1862).
  4. In dem zu nr. 182a angeführten siebenbürgischen Märchen vom Erbsenfinder (Haltrich nr. 33; vgl. Jones-Kropf p. 76, Kremnitz S. 196 und Hahn nr. 17) liefert ein Dämon dem armen Schwiegersohne des Königs ein Schloß, wofür ihm dieser nach sieben Jahren neun Fragen (R. Köhler 3, 370²) beantworten muß.
  5. Diese Aufzahlung der vielen Arbeiten bei der Brotbereitung erscheint auch bei Grundtvig, Minder 1, 99; Asbjörnsen-Moe nr. 28; Kriza nr. 7 = Jones-Kropf p. 79. Gleichem Zwecke dient öfter eine Beschreibung der Zubereitung der Leinwand; vgl. oben S. 222 und 103.
  6. In einem griechischen Märchen aus Kleinasien bei Carnoy-Nicolaïdes p. 1 ‘Le roman du renard’ raubt der Fuchs im Verein mit Wolf, Bär, Affe, Schakal und Falk für den Jüngling, der sie gespeist hat, ein Zelt und die Prinzessin von Marokko; die dankbaren Tiere verteidigen ihn gegen eine von Ihrem Vater gesandte Hexe und gegen sein Heer. Ebenso serbisch Bos. nar. pripov. S. 60 nr. 15 = Krauß 1, 81 nr. 25 ‘Beg und Fuchs’ = Mijatovics p. 295 nr. 24, bulgarisch Sbornik min. 11, 120 und armenisch Sbornik Kavkaz. 13, 2, 130.
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