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An die alten und neuen Freunde der „Gartenlaube“

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Textdaten
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Autor: Redaction und Verlagshandlung der „Gartenlaube“
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Titel: An die alten und neuen Freunde der „Gartenlaube“
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 13, S. 209
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1884
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[209]
An die alten und neuen Freunde der „Gartenlaube“.

Als wir vor dreizehn Wochen die erste Nummer dieses Jahrgangs in die Welt sandten, da thaten wir es in der Zuversicht, daß die mächtige Anziehungskraft, welche die „Gartenlaube“ seit Jahrzehnten auf das deutsche Volk ausgeübt, und welche ihr den unbestrittenen Rang des ersten deutschen Volks- und Familienblattes errungen – daß diese Kraft sich auch in der Folge bewähren werde, wenn wir festhielten an dem guten alten Programm der „Gartenlaube“, in welchem die Wurzeln ihrer außerordentlichen Entwickelung liegen.

Und diese Zuversicht hat uns nicht getäuscht.

Die alten Freunde haben sich in gewohnter Weise wieder um ihre alte „Gartenlaube“ geschaart, und wir sagen ihnen hiermit unseren herzlichen Dank für ihre Anhänglichkeit und Treue.

Aber indem wir es als unsere Aufgabe erkannten, dem guten Alten – soweit es in unseren Kräften stehe - Neues in zweckmäßigen Verbesserungen und ansprechenden Verschönerungen hinzuzufügen, gaben wir uns der Hoffnung hin, daß es uns gelingen werde, der „Gartenlaube“ eine stattliche Anzahl neuer Freunde zu gewinnen.

Und auch diese Hoffnung hat sich erfüllt, weit über all’ unser Erwarten erfüllt!

In der kurzen Zeit vom 1. Januar bis Mitte März dieses Jahres ist die Auflage der „Gartenlaube“ von 224,000 auf

250,000 Exemplare

gestiegen, und jeder Tag bringt uns neuen Zuwachs.

Wir rufen hiermit allen unseren neuen Freunden ein herzliches „Willkommen“ zu und wünschen, daß sie sich in der „Gartenlaube“ bald vollkommen behaglich und zu Hause fühlen mögen!

Getragen von dem Vertrauen und den Sympathien eines einzig in seiner Art dastehenden Leserkreises und unterstützt von den besten deutschen Schriftstellern und Künstlern, werden wir mit verdoppeltem Eifer in unseren Anstrengungen fortfahren.
Wir werden keine Opfer scheuen, um von den Schöpfungen unserer Erzähler, Dichter, Denker, Künstler das Beste, Gediegenste, Volksthümlichste in der „Gartenlaube“ zu vereinigen und dieselbe so immer mehr zu einem treuen Spiegel der populären geistigen Bestrebungen Deutschlands zu machen.


Das neue Quartal wird neben dem Schluß der gemüthvollen Erzählung W. Heimburg’s „Ein armes Mädchen“ unter Anderem den lange erwarteten Roman A. v. d. Elbe’s: „Brausejahre“ und in demselben fesselnde Schilderungen bringen aus der brausenden Jugendzeit Goethe’s und Karl August’s, sowie jenes wunderbaren Menschenkreises, welcher sich in Weimar um diese beiden Sterne schaarte, und aus welchem die Gestalten eines Wieland, Herder, Knebel, einer Herzogin Amalie und Luise, Frau von Stein, Corona Schröter etc. hervorragen.

Ernst Eckstein hat eine meisterhaft geschriebene, spannende Erzählung „Salvatore“ beigesteuert, welche neben hochinteressanten Schilderungen der verrotteten Zustände unter den letzten bourbonischen Herrschern in Neapel die Schicksale zweier Liebenden inmitten einer leidenschaftlich bewegten Handlung vor unseren Augen vorüberführt.

An hervorragenden Artikeln wird das nächste Quartal bringen:

Die Fortsetzung und den Schluß des Memoiren–Fragments von Heinrich Heine. Die Kindheit eines Riesen. Historie. Von Johannes Scherr. Der deutsche Reichsadler und die deutsche Kaiserkrone. Eine historisch-politische Plauderei von Karl Braun-Wiesbaden. Die Schleichpfade der Ansteckung in Kinderkrankheiten. Von Dr. L. Fürst. Ein chinesischer Schulmeister auf dem Throne. Von O. Henne am Rhyn. Photographien Hypnotisirter. Von Dr. G. H. Schneider. Deutsche Selbstsucht und französische Großmuth. Von Max Nordau. Ein Straßenbau und eine deutsche Niederlassung in Brasilien. Von F. Keller-Leuzinger. Karsten Lehr. Ein Beitrag zur Geschichte des seemännischen Aberglaubens. Von Edmund Höfer. Das classische Zeitalter der Geselligkeit. Von R. Artaria. Die Tulpomanie. Von K. Heigel. Die Clavierseuche. Von Eduard Hanslick. Im Paradiese Südspaniens. Von Fritz Wernick. Die Besteigung des Aetna. Von Ferdinand Avenarius. Wie man wider Willen zum Propheten wird. Die letzte Aufzeichnung A. Bernstein’s. Die Hexenprobe. Eine culturgeschichtliche Studie. Bilder von der Arlbergbahn. Mittheilungen über Erfindungen und Fortschritte der Neuzeit: Criminalistisch-photographische Untersuchtungen eines Tintenflecks. Die neuenthüllten Wunder des Meeresgrundes. Ein meteorologisches Observatorium über den Wolken etc.

Wenn wir noch hinzufügen, daß wir auch für die künstlerische Ausstattung des nächsten Quartals umfassende Vorkehrungen getroffen haben, welche es uns ermöglichen werden, auch diese Seite unserer Leistungen noch wesentlich zu steigern, so dürfen wir wohl vertrauensvoll zum Abonnement auf dieses Quartal einladen, in der Hoffnung, daß uns dasselbe dem gesteckten Ziele abermals näher bringen werde.

Die Redaction und Verlagshandlung der „Gartenlaube“.