Zum Inhalt springen

Am Grabe meiner Mutter

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
<<< >>>
Autor: Wilhelm Hertz
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Am Grabe meiner Mutter
Untertitel:
aus: Gedichte, S. 110f.
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1859
Verlag: Hoffmann und Campe
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Hamburg
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons und Google
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[110]
Am Grabe meiner Mutter.

Als du dem Lichte mich gegeben,
     Umfieng dich selbst die ew’ge Nacht;
Doch tief in meinem eig’nen Leben
     Empfind’ ich deiner Liebe Macht.

5
Wie aus des Keims verwesten Spalten

     Ein Schößling treibt mit grünem Laub,
So steh’ ich mächtig festgehalten,
     O Mutter, über deinem Staub!

Nie hat mir deines Auges Schimmer

10
     Der Kindheit Dämmerung erhellt,

Und fremd und todt blieb mir für immer,
     Was mir das Nächste auf der Welt.

Nie hat mich klar auf dunkeln Wegen
     Dein jugendschönes Bild umschwebt,

15
Doch deines Opfertodes Segen,

     Das Schöne ist’s, das in mir lebt.

[111]

Ein tödtlich Glück, ein sel’ges Schmerzen,
     Das einst das Herz der Mutter brach,
Verklärt wirkt’s in des Sohnes Herzen

20
     Als Weihekraft der Dichtung nach.


Als du dem Lichte mich gegeben,
     Umfieng dich selbst die ew’ge Nacht;
Doch tief in meinem eig’nen Leben
     Empfind’ ich deiner Liebe Macht.