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Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen V. Section/H05

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Heft 4 des Voigtländischen Kreises Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen von Gustav Adolf Poenicke
Heft 5 der Section Voigtländischer Kreis
Heft 6 des Voigtländischen Kreises
Die Beschreibungen sind auch als Einzeltexte verfügbar unter:
  1. Liebau
  2. Jössnitz
  3. Reussa
  4. Röttis


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Liebau.


Liebau, mit einem Rittergute und den dazugehörigen Anbauen bei der Rentschmühle und der herrschaftlichen Schäferei, liegt zwischen den Städten Plauen, Reichenbach und Greiz auf freundlichen Anhöhen des nahen schönen Elsterthales, welches durch seine romantischen auch botanisch interessanten Felsenparthieen, das Steinicht genannt, zu beiden Seiten von Liebau bis in die Nähe von Elsterberg viele Besucher selbst aus weiter Ferne herbeizieht und durch seine eigenthümlichen Reize den schmeichelhaften Namen einer kleinen Voigtländischen Schweiz erlangt hat. Das Dorf Liebau umfasst ausser dem Edelhofe und der dazu gehörigen Schäferei, eine Försterei, drei Bauergüter, drei Gartennahrungen und sieben kleine Häuser mit ungefähr hundert Einwohnern.

Liebau ist ein uralter Ort. Er ist eine der ersten funfzehn zwischen der Elster, Göltzsch, Trieb und Mulde erbauten sorbischen Ansiedelungen und gehörte zu dem grossen Auengau oder dem Gau Plauen, in welchem sich die nachherige Ebersteinische Herrschaft Dobenau befand. Der erste Graf von Eberstein, Bruno, hatte bei der Bezwingung des Slavenvolkes so vorzügliche Dienste geleistet, dass König Heinrich I. ihn, um 935, zu einem Grafen und Richter über die besiegten Stämme setzte und mit einem Gebiet beschenkte das, nach der Stiftungsurkunde der Stadtkirche zu Plauen, zu Anfang des zwölften Jahrhunderts fast zehn Quadratmeilen betrug. Anfänglich residirten die Ebersteine auf der Burg Dobenau, späterhin in dem von ihnen erbauten Plauen. Zur Sicherung des erworbenen Landes war es nun aber nöthig feste Grenzburgen zu erbauen und so entstand auch das Schloss Liebau dessen Steinmassen, seit länger als siebzig Jahren nicht mehr zu menschlichen Wohnungen dienend, zu einer verfallenden Ruine geworden sind und von dem darunter liegenden Elsterthale aus eine herrliche Ansicht gewähren.

Die Grafen von Eberstein, ursprünglich Schwäbischer Abkunft und einstmals Reichsgrafen theilten sich in zwei Linien, die Schwäbische und Sächsische. Erstere hatte ihre Güter besonders im jetzigen Grossherzogthum Baden, wo nahe bei der Stadt Baden „Alteberstein“ und im Thale der Murg „Neueberstein“ ihre beiden ältesten Stammsitze liegen. Gernsbach war ihre Hauptstadt und im zwölften Jahrhundert stifteten sie die Klöster Herrenalb und Frauenalb. Zu Ende des dreizehnten Jahrhunderts hatte Markgraf Rudolf von Baden eine Gräfin von Eberstein zur Gemahlin. Das Wappen der Schwäbischen Ebersteine, welche 1660 mit dem Grafen Casimir ausstarben, war eine Rose in silbernem Felde und ein Eber auf grünem Boden in goldenem Felde. Die Sächsischen Ebersteine, von denen wiederum ein Zweig in Pommern zu Neugarten und Massau blühte, hatten ihre Besitzungen in Niedersachsen, wo sie jedoch im vierzehnten Jahrhundert verschwanden, indem Graf Hermann von Eberstein genöthigt wurde seine Tochter Elisabeth an Herzog Otto den Schiefbeinigen zu vermählen und seine Besitzungen derselben als Mitgift zu überlassen. Graf Ottos einziger Sohn wurde als Verbrecher geächtet und der väterlichen Güter verlustig erklärt. Die Sächsischen Ebersteine führten, gleich der Pommerischen Seitenlinie, im Wappen einen silbernen aufgerichteten gekrönten Löwen in blauem Felde und als Helmzier einen Pfauenschweif. Zu den Sächsischen Ebersteinen gehörten auch die im Voigtlande angesessenen, denn in einer Urkunde von 1317 werden sie ausdrücklich: „comites terrae saxonicae“ genannt, auch führten sie das eben geschilderte Wappen, doch fehlen auf einigen ihrer noch vorhandenen Siegel die Helme. Noch gab es eine freiherrliche Familie von Eberstein, welche seit 1492 bis auf den heutigen Tag das Gut Gehofen in der Thüringischen goldenen Aue besass. Sie führt im Wappen einen abwärts gekehrten Triangel, dessen Spitzen mit silbernen Lilien (Rosen?) besteckt sind, und als Helmzierde ein wachsendes goldgekröntes Mohrenbild.

Als einer der letzten Grafen von Eberstein, Herr zu Dobenau und Plauen, erscheint Herrmann von Eberstein auf Dobenau, dessen Bruder Otto Domher zu Hildesheim und Minden war. Herrmann verglich sich im Einverständniss mit seinem Bruder 1327 mit Heinrich Reuss von Plauen, dass beide künftig gemeinschaftlich die Herrschaft Dobenau und die Stadt Plauen von der Krone Böhmen in Lehn nehmen wollten. Damals bestand die Herrschaft Dobenau blos noch aus dem Schlosse Dobenau, dem Ebersteinischen Schlosse in der Stadt Plauen sammt einem Theile derselben und den Schlössern Liebau, Gansgrün, Schöneck, Planschwitz, Stein, Tübel, Magwitz und Gailsdorf.

Bald nach dieser Uebereinkunft starb Graf Herrmann von Eberstein als der Letzte seines Stammes und Heinrich von Reuss nahm die durch diesen Todesfall ihm zugefallenen Guter von Böhmen in Lehn. Wie zu Ende des dreizehnten Jahrhunderts mit den Grafen von Arnshaugk verschwand jetzt mit den Ebersteinen wiederum eine der bedeutendsten Voigtländischen Dynastenfamilien aus der Geschichte unseres Landes, und zwar eine Familie der das Voigtland unendliche Wohlthaten zu danken hat. Von den Ebersteinen weiss man keine blutigen Fehden, keine Raubzüge und Verwüstungen zu erzählen, [34] wohl aber nennt jedes Blatt der Geschichte sie friedliche und väterliche Regenten, welche den Grund zur Veredlung und dem Wohlstande ihrer Unterthanen legten. Die Stiftung der Kirche zu Plauen und die von ihnen bewerkstelligte Gründung der Stadt geben Zeugniss von der Sorgfalt um die religiöse Bildung und Wohlfahrt ihrer Unterthanen, und schon beim ersten Beginnen ihrer Herrschaft verbesserten sie das harte Loos der Leibeigenen durch eine milde und geregelte Lehnsverfassung, ja wir finden sogar diese Lehnsverfassung in einen rechtlichen festen Eigenthumsbesitz umgeschaffen. Wie ehrwürdig sind demnach die Ruinen der Burg Dobenau und die Stätte des Malzhauses zu Plauen, wo die Ebersteine einst ihren Wohnsitz hatten! Graf Hermann von Eberstein fand die letzte Ruhestätte in der Kirche seines Plauenschen Schlosses.

Die Folgen des sogenannten Voigtländischen Krieges veranlassten Heinrich Reuss den Langen im Jahre 1357 seine Voigtländischen Besitzungen Liebau, Mühldorf, Adorf, Markneukirchen, Schönberg, Paussa, Widersberg, Gattendorf, Sachsgrün, Schaumburg, des Sechstel von Nyberg, wie auch sein Pfandrecht an Hirschberg, nur mit Ausnahme seines Antheils am Schlosse Plauen und des einstmaligen Anfallrechtes von Plauen und Auerbach an die drei Markgrafen von Meissen zu vertauschen, nach welcher Besitzesveränderung im Jahre 1377 zwischen den Herrschaften Schleiz und Mühldorf eine Grenzberichtigung stattfand die ein gewisser Holt auf Cottindorf (Göttendorf) leitete. Liebau war nunmehr Meissnisch, doch mussten die Markgrafen alle eingetauschten Güter als Böhmische Lehen empfangen.

Durch diesen Tausch fügte Heinrich Reuss der Lange sich und dem gesammten Reussischen Hause einen ungemeinen Schaden zu. Er hatte die vertauschten Güter von den Markgrafen, jedoch als Meissnische Lehne, im Pleissnerlande erhalten, das Schloss Borna, welches bei der Stadt Borna am Reichenthore stand und später von den Hussiten zerstört wurde, das Schloss Kohren und die Stadt Geithain, letztere für den Fall, dass sie einmal von dem von Schonberg abkäme oder er sie mit dessen gutem Willen erhalten könne; auch sollte er aus dem zwischen Altenburg und Kohren gelegenen Walde, die Leine genannt, wöchentlich vier Fuder Brennholz empfangen. Da Heinrich Reuss den Tausch ohne Einwilligung seiner Vettern getroffen hatte, so erhob sich dagegen namentlich die ältere Linie Plauen und es scheint als ob die Markgrafen zur Ausgleichung die Schlösser Liebau, Paussa und Auerbach zurückgegeben hätten, indem dieselben 1379, jedoch als Vasallengüter von Meissen, den Reussen älterer Linie gehörten. Auch hiermit waren die von Plauen noch nicht befriedigt, denn hundert Jahre später finden sich immer noch Ansprüche und Forderungen erwähnt, welche die Reusse an Meissen stellten.

Die Volkssage behauptet, dass die Burg Liebau in grauer Vorzeit ein Raubnest gewesen sei, dessen letzter wegelagernder Ritter auf dem Marktplatze zu Plauen hingerichtet wurde, eine Beschuldigung, die sich nirgends historisch nachweisen lässt, und auch höchst unwahrscheinlich klingt, da weder die Grafen von Eberstein noch die von Reuss einem ihrer Vasallen ein solches Treiben gestattet haben würden. Vielleicht mag die Veranlassung zu dieser Sage die hohe schroffe Lage der Burg nahe an der uralten sonstigen Heerstrasse von Reichenbach nach Cossengrün und Plauen gewesen sein. Die ältesten Burgmänner auf Liebau, deren Namen auf unsere Zeit gekommen sind, waren 1305 ein Ritter von Reizenstein und 1379 Gottfried von Dölen, welcher bei der schon erwähnten neuen Grenzbestimmung zugegen war. Die Herren von Dölen nannten sich später von Dölau, empfingen nach der Zurückgabe Liebaus an die Reusse von Plauen das Schloss von diesen zu Lehn, und behielten das Gut bis zum Jahre 1727. Nur zu Ende des funfzehnten Jahrhunderts befand sich Liebau, man weiss nicht durch welche Veranlassung, einige Jahre im Besitze des Junkers Caspar von Reizenstein.

Die Reihefolge der Besitzer Liebaus aus dem Dölauischen Geschlecht ist von 1554 an genau bekannt. Zu dieser Zeit gehörte das Gut Sigismunden von Dölau, der auch Ruppersgrün besass, einem tapferen Kriegsmanne, der in Frankreich, Ungarn und bei der bekannten Gothaischen Belagerung gefochten hatte und die Ruppersgrüner Kirche mit Geschenken und Legaten reichlich bedachte. Nach seinem 1596 zu Ruppersgrün erfolgten Tode besass Liebau bis 1600 der schon erwähnte Caspar von Reizenstein, in diesem Jahre gelangte das Gut jedoch an Sigismunds von Dölau Sohn, Joachim von Dölau auf Ruppersgrün, Liebau, Cossengrün, Ziegra und Stockhausen, unter Churfürst Johann Georg I., Hof-, Justiz- und Appellationsrath, Obersteuereinnehmer der Land- und Tranksteuer, gestorben und begraben zu Ziegra im Jahre 1638. Sein ältester Sohn, Johann Georg von Dölau auf Ruppersgrün, Liebau, Grünewald und Zelba, war Vicekanzler, Kammerherr und Obersteuereinnehmer des Meissner und Erzgebirgischen Kreises und starb 1677. Sein jüngerer Bruder, Christoph von Dölau, wird zugleich mit ihm Eigenthümer von Liebau genannt, und beide rühmt der damalige Pfarrer als höchst gütige und für das Wohl ihrer Unterthanen väterlich besorgte Herren. Johann Georgs von Dölau Sohn, Gottlob Christian von Dölau, war Herr auf Ruppersgrün, Liebau und Cossengrün, königlich Polnischer und churfürstlich Sächsischer Rath, Vicekreishauptmann des Erzgebirgischen und Voigtländischen Kreises, Oberkreissteuereinnehmer, Kreis- und Kriegscommissar im Voigtlande und Domherr zu Merseburg. Er starb am 22. März 1720. Bedeutende Stiftungen und Schenkungen an die Ruppersgrüner Kirche sichern ihm ein unvergängliches Andenken. Dessen Bruder, Adam Friedrich von Dölau, kaiserlich Oesterreichischer Kammerrath starb 1727, mit ihm erlosch der Mannesstamm der Dölaus auf Liebau und Ruppersgrün, welche Güter er fast 400 Jahre besessen hatte, und diese kamen in Besitz von Adam Friedrichs von Dölau einziger Tochter Johanne Charlotte von Dölau, die 1744 beide Güter durch Vermächtniss dem Major von Bomsdorf überliess. Um das Jahr 1780 erkaufte Liebau der reiche Kaufmann Eichhorn zu Plauen, jetziger Besitzer aber ist Herr E. F. Gühne.

Liebau wurde 1575 von einer furchtbaren Pest heimgesucht, die ganze Familien hinwegraffte. Im Jahre 1644 wollte man den 1640 von feindlichen Truppen demolirten Schlossthurm zu Liebau wiederum ausbauen und hatte ihn bereits bis über die Hälfte aufgemauert als er am heiligen Pfingstabend Mittags zwischen 12 und 1 zusammenstürzte und drei Personen unter seinen Trümmern begrub, von welchen eine todt blieb und – schon am ersten Pfingstfeiertage beerdigt wurde. Wie es im dreissigjährigen Kriege hergegangen und dass die Soldateska der damaligen Zeit durch das langjährige blutige Kriegshandwerk zu viehischer Wildheit herabgesunken war, davon [35] zeugt eine in Ruppersgrün befindliche Urkunde mit der Ueberschrift: „Ruppersgrüner Passion“ Spiel und verübter Priestermord, Raub und Brand. Glaubwürdig berichtete Relation von denen Richtern und Schöppen zu Ruppersgrün und Liebau bei Eydes Pflichten ausgesagt und eingeschicket. Es wird darin gesagt:

Was sich bei dem Kaiserlichen und Schwedischen jüngsten Marche und kurz vorher nach geschlossenem Reichsfrieden auf Churfürstl. Durchlaucht zu Sachsen alten Hofraths Joachims von Dölau Haus und Ritterguth Ruppersgrün im Anne Plauen bezirket, begeben und zugetragen:

Weil solches berühmtes bekanntes Haus in einem Graben gelegen mit einer Ziehbrücken und überall neue schöne Hofgebäude und grosse weite Gärten mit Mauern und Rundellen versehen gewesen, hat der Kayserliche General-Feldzeugmeister Salis zu seiner ersten Ankunft dem Vorgeben nach mit 7 oder 8 Regimentern dahin seine Retirade genommen und seine Soldatesca auf die Kirche und in derselben Mauern, sowohl in und ausser dem Dorfe in einem vermauerten Gottesacker einlogiret. Hierauf eilend 12 Schwedische Regimenter gefolget, da denn vor dem Dorfe, ein starker Scharmützel sich erhoben und etliche von den kaiserlichen Soldaten geblieben, darunter ein hoher Offizirer in die nunmehr abgebrannte Kirche begraben worden. Der Salis aber wiederum auf das Haus gewichen. Als aber das Dorf an unterschiedenen Orten von den Schwedischen angestecket an die 7 Häuser weggebrannt und mit Ernst ferner angelaufen worden, hat von dem Haus und der Kirche keine Gegenwehr helfen wollen, sondern hat sich endlich Generalfeldzeugmeister ergeben müssen, welcher vielbekannte und berufene Schwedische Obristen auf der Brücke gefänglich angenommen und mit sich hinweggeführet. Der Oberst Schlange aber hat den Erbherrn und Unterthanen mit einer grosser Brandschatzung beleget und alle Mobilien was nur zu finden gewesen sammt allen Vorrath an Getreide hinwegnehmen und rauben lassen. Hierbei denn die Zwickauische Verpflegung und Contribution stets continuirte (1638).

Nachdem nun der Schwedische Feldmarschall Mack (?) aus Böheim getrieben worden hat diesen verderbten Ort noch ein grösseres Unglück betroffen. Indem stets Schwedische Regimenter auf dem Hause gelegen, welche aber hernachmals, als die kaiserliche Armee nach Plauen gekommen und allda eine gute Zeit verharret; ist kurz zuvor der Pfarrer allhier Herr Alexander Laurentii ein Mann von 83 Jahren sogleich damals 3/4 Jahre bettlägerig gewesen mense Januarii 1640 von etlichen Schwedischen Reutern die bei dem Salis hiebevor an eben diesem Orte gefangen sein sollen und alle Gelegenheit gewusst, überfallen, auch Geld von ihm zu erpressen, denselben die Ellbogen Kniescheiben und cum licentia die Fusszehen mit einem glühenden Eisen abgebrannt und der arme elende kranke Mann also zu Tode gemartert worden. Seiner Wärterin und Haushälterin haben sie die Arme hinterwärts ausgedreht die Finger auf solche Maas zurückgebrochen, ihr eine Wasserkanne mit Mistjauche, einen Schwedischen Trunk, eingegossen und auf den Leib gesprungen; zuvor haben sie solche, im Angesicht und in den Kopf mit Pistolen sehr zerschlagen, dass die Beulen alle aufgesprungen, haben auch dreimal nach ihr Feuer gegeben.

Das Mordeisen, damit sie den armen alter Pfarrherrn todtgewürget, ist von des Hofraths Joachim von Dölau Gerichten Seiner Churfürstlichen Durchlaucht zu Sachsen zugeschicket worden, welche es auch noch bei sich in Verwahrung haben. – Ein alter Gottes- und Kirchenvater und etliche alte verlebte Leute haben sie auch niedergemacht, den armen Unterthanen die Köpfe unter die Beine zusammengebunden mit den Füssen und in heimlichen Orten aufgehenket und auf Türkisch mit grosser Prügeln braun und blau geschlagen, Feuer unter sie geleget und solche geschmeichet, theils dieselben in die Backöfen gesteckt und von Stroh und Feuer einen Rauch darin gemacht dass viele Leute von solchem eingezogenen Rauche darüber todt bleiben müssen. Ferner haben sie einen Bauer, nicht weit von des Herrn Hofraths Gerichten und Bothmässigkeit, die Ohren abgeschnitten, klein gehacket und ihn gezwungen solche zu essen. Bei diesem haben sie es noch nicht bleiben lassen, sondern der Müllerin auf des Herrn Hofraths hie bevor durch die Holkischen mit sieben Gängen sammt der Brücken und darangebauten Adeligen Hause abgebrannten Mühle bei den Armen, dem Herrn Christo gleich, ausgedehnet, angebunden, Wasser mit Kleyen und Sägespähnen vermischt und ihr also den Leib mit dergleichen voll gefüllet, wie sie denn sonst noch unerhörte Marter und Qual den armen Leuten angethan und angelegt, die da nicht grausam genugsam mit Worten zu beschreiben noch alle für grossen Betrübniss und Herzeleid erzählet oder berichtet werden könne.

Als nun die armen Leute dies alles ausstehen müssen und zwar vermeinet es nunmehro wieder ein wenig sicher werden möchte haben drei kaiserliche Regimenter so im Hauptquartier Plauen wohl bekannt gewesen und theils gegen Graiz gegangen sein sollen, die Passage Abends gegen 9 Uhr den 15. April dieses Jahres (1640) durch das Dorf Ruppersgrün marchiren wollen, und da es ziemlich finster gewesen und der erste Wagen etwas beim Hirtenhause sitzen blieben haben die Soldaten nach Licht und Feuer geschrieen, darauf man ihnen im Dorf beides, Schleissen und Stroh zur Leuchte angesteckt, dessen aber ungeachtet hat ein Reuter eine Schütte Stroh angebrennt an ein Bauernhaus gelegt um dasselbe anzuzünden. Da es aber nicht stracks brennen wollen hat er solches – Gott sei bei uns! – in aller 1000 Teufel Namen muthwillig und feindlich angesteckt, worauf sich alsobald ein ungewöhnlicher Wind erhoben, die Flammen von einem Haus zum anderen geführet, ein gar blaues Feuer wie die Katzen auf den Dächern gelaufen und also überhand genommen, dass innerhalb 3en Stunden des Herrn Hofraths bekanntes wohlausgebautes Schloss und neue Hauss sammt allen schönen neuen Hofgebäuden des ersten Hofes, auch Brunnen und Röhrkasten sowohl allem aufgeschütteten Getraydicht an Waizen, Korn und Gerste dessen noch etzliche 100 Scheffel an grossem Maas übergeblieben, darinnen vorhandenen kostbaren Haussrath und Mobilien an Wandtapeten, Kisten, Kasten, Schränken, vielen vornehmen ansehnlichen Fürstlichen Hirsch-, Damm- und Rehgeweihen, Gemählden, Tischer, Betten, Trisuren, Sesseln und Bänken auch andern häuslichen Vorrath ingleichen die mit Schiefer gedeckte schöne Kirche mit zwei Thürmen, drei Glocken und zwei grosser Schlag-Uhrwerken sammt einer grosser Seigerschelle und neun Bauerhöfen mit Schiff und Geschirr auch allen Vorrath in Grund eingeäschert und verbrannt worden.

Welcher unüberwindlicher, vorsätzlicher, feindlicher, grosser Schaden dann so Ihro hochfürstliche Durchlaucht der Hochwürdigste, Durchlauchtigste, hochlöblichste Erzherzog und Generalissimus, als dieselben im Hauptquartier [36] Plauen logirten selbsten in Augenschein nehmen lassen und solchen mit grosser Unruh und Ungeduld höchlich beklaget und auf viel 1000 Gulden zu aestimiren. Und nunmehro nach ausgestandener 10maliger Plünderung und vielfältigen unterschiedlichen langwierigen Einquartirungen, Brandschatzungen auf unzähligen Exactionen und Pressuren, Beraubung der Pferde, Ochsen, Rind- und Schaaf Viehe, so sich auf eine sehr grosse Summe erstreckt, vornehmlich ohne Kayserl. Gnad und Ergötzlichkeit auch treuherziger und frommer Christen Almosen und Beihülfe sich die elenden Leute sammt dem verarmten Kirchenkasten bei jetzigen in Grund verderbten Zustand nicht erholen noch etwa wiederum anrichten noch ihre Hüttlein, vielweniger die Kirche aufbauen können.

Alle Kaiserliche Offizirer und männiglich so durchgeritten haben mit Seufzen und Schmerzen den grausamen Schaden, welcher an diesen schönen Gebäuden und innern der Mauern darin gepflanzten fruchtbaren Obstbäumen so muthwillig und vorsätzlich, auch anders nicht denn hauptfeindlich geschehen beklaget und sich höchlich darüber verwundert, gegen den Verwalter und andere hinterlassene Diener sich mit bewegtem Gemüthe vernehmen lassen wann dieser unglaubliche Schaden am gebührenden und gehörenden Orte sollte geklaget, geahndet und geopfert werden würde es ohne Erstattung und Ergötzung dieses Schadens nicht abgelaufen.

Hieneben und schliesslich ist auch zu erinnern, wie oben etwas angedeutet, dass nicht allein die holkischen Völker hiebevor eine sehr schöne ansehnliche wohlberufene Mühl des Herrn Churfürstlichen Hofraths (die jetzige Rentschmühle) nebst bei Ruppersgrün sammt der neuen Brücken über die Elster und einem adeligen Hause davor abgebrannt, sondern auch alles Rindvieh und Schafvieh etliche viel 100 Stück auf fünf Rittergütern und drei Beivorwerken sammt allem Vorrath des Gedraydichts hinweggetrieben, auch die armen Unterthanen ganz ausspoliret theils niedergehauen und in Grund verderbet.

So haben auch des Generals Hazfelds Völker, welche doch Freunde und Bundesverwandten sein wollen dem Herrn Hofrath auf den Meissnischen Gütern und Leipziger Kreis durch die Passage und Marketenners Wagen so stets auf dem Hause Ziegra gelegen, 2500 Scheffel Korn, Waizen, Gerste auch viel Vieh hinweggetrieben als vor kurzer Zeit der Oberste Schönnickel den Herrn Hofrath sammt Weib und Kinder ingleichen ausgeplündert, viel Pferde und einen grossen ansehnlichen Raub an fürnehmen Mobilien darvon gebracht; darüber beides, Erbherr und Unterthanen in das äusserste Verderben gerathen müssen und solches in dieser Welt nimmermehr überwinden können.

Vorstehender Bericht wird als Denkmal des schrecklichen dreissigjährigen Krieges im Pfarrarchive zu Ruppersgrün aufbewahrt. Wie weit die Plünderungssucht der Soldaten ging beweist der Nachlass des ermordeten Pfarrers Laurentii, welcher aus einem buchsbaumenen Löffel, auf welchen ein Cruzifix geschnitten war, einem Tischlein und Bänklein von Ahornholz einer alten Himmelbettstelle und einem Bettlein bestand. –

Liebau ist in die Kirche zu Ruppersgrün eingepfarrt, deren Gründung nicht nachzuweisen ist. Noch vor dem Jahre 1368 stand hier schon eine Capelle, welche ein Caplan der Mutterkirche zu Elsterberg zu besorgen hatte, wovon noch die Angabe einer Stiftung von 2 Gülden 14 Groschen und zwei Hühnern zeugt, welche die edle Frau Agnes auf Elsterberg am Freitage vor St. Johannis des Täufers Tage gründete und der hiesige Pfarrer bis zum Anfange des achtzehnten Jahrhunderts bezog. Die Kirche brannte, wie bereits erzählt, in Folge soldatischer Brutalität im Jahre 1640 nieder, und wurde mit Benutzung der stehen gebliebenen festen Mauern in den nächsten Jahren wieder aufgebaut, 1651 aber erst eingeweiht. Gottlob Christian von Dölau nahm 1708 und 1709 eine bedeutende Restauration, Erweiterung und Verschönerung der Kirche vor und brachte sie dadurch in einen Zustand der bis jetzt keine zweite Reparatur nöthig gemacht hat. Bis zum Jahre 1472 war die Kirche Filial von Elsterberg, von da an stiftete ein Herr von Dölau eine Pfarrei zu Ruppersgrün und erhob dieselbe mit höherer Bewilligung zu einer selbständigen Parochie. Bemerkenswerth ist hierbei, dass die Herren von Dölau ausser ihrem Wappen mit den drei Fischen noch ein besonderes Siegel als Patrone der Kirche führten. Dasselbe enthält das Standbild eines Bischofs mit einem Krumstabe in der Linken und dem Dölauischen Familienwappen in der Rechten, nebst der Ueberschrift S. RUPERTUS, und befindet sich unter einem Kirchenconsense von 1616.

Zum Schlusse erwähnen wir noch, dass der hochselige König Friedrich August, im Jahre 1832 bei Seiner Rückkehr aus Franzensbrunn über Oelsnitz und Plauen nach Elsterberg hin auch Liebau besuchte, die Ruine der alten Veste in Augenschein nahm, und das Steinnicht auf dem rechten Ufer der Elster durchwanderte.

Otto Moser, Red.     



[37]
Jössnitz.


Die Entstehung von Jössnitz fällt in die Zeit vor dem zehnten Jahrhundert wo die Sorben einen grossen Theil der noch jetzt vorhandenen Voigtländischen Ortschaften gründeten. Nach der Besiegung der Ureinwohner gehörte die hiesige Gegend den Dynasten von Lobdaburg-Elsterberg, welche das Schloss zu Jössnitz aufbauten und dasselbe, als eine Grenzveste, mit einer starken Besatzung versahen. Der Befehlshaber derselben nannte sich nach der ihm anvertrauten Burg einen Herrn von Jössnitz, und wurde später von dem Grafen von Lobdaburg mit der Veste und ihrem Zubehör erblich belehnt. Der erste Ritter von Jössnitz, dessen die noch vorhandenen Urkunden gedenken, war Tuto von Jössnitz, der 1291 zu Gunsten des Klosters Kronschwitz die Lehn über das ihm zustehende Dorf Kummern vor dem kaiserlichen Landgerichte zu Altenburg offen liess. Als einige Besitzungen Heinrich Reuss des Langen durch Tausch an die Markgrafen von Meissen gelangten befand sich bei der 1377 zusammenberufenen Grenzberichtigungscommission auch Peter Conrad von Jössnitz auf Jössnitz und Lossa, und Heinrich von Jössnitz wird 1397 in einer Urkunde genannt, worin Bechtold von Uttenhofen seine Güter dem Kloster der heiligen Clara zu Hof für 380 Pfund Heller verkaufte. Von diesem Heinrich von Jössnitz kaufte Hans von Sparneck auf Weiselsdorf das Gut Jössnitz und überliess einen Theil der dazu gehörigen Grundstücken dem Burggrafen Friedrich IV. von Nürnberg, welcher dieselben nebst dem Dorfe Ahornberg und verschiedenen Rechten, Zinsen, Wiesen, Teichen, Gärten und Höfen ebenfalls dem Clarenkloster schenkte in dem seine drei Töchter Anna, Catharine und Agnes als Nonnen lebten. Von Hans Sparneck kam Jössnitz an einen Herrn von Dobeneck bei dessen Familie das Gut blieb bis um 1444, wo es an Jahn von Dölen kam, der nach einer noch vorhandenen Quittung von seinem Rittergute zwei Gulden achtzehn Groschen an das Kloster Frankenhausen zahlte. In demselben Jahre verkaufte dieser Jahn von Dölen der Aebtissin Anna Rumpfin, der Priorin Anna Haselbach, der Cantorin Luczczen von Selwitz, und dem ganzen Convent zu Frankenhausen ein Schock Meissner Groschen zu Troste der Seele Nikol Haufmanns, anderthalb Gulden rheinisch zum Anniversario Nikolai Voigts, einen Gülden zur Reparatur der Bücher für zehn Schock und fünfzehn Goldgülden und zehn Gulden in Silber. Bürgen für diesen Kauf waren Cunrad von Rewdinicz auf Steinpleiss, Reinold von Schönfels in Ruprechtsgrün und Michael von Jauer in Lichtentanne. Heinz von Dölen wohnte hier um das Jahr 1530. Seine Schwester Margarethe lebte im Kloster Frankenhausen, und verliess mit noch einigen Nonnen dasselbe als 1528 die Reformation dessen Auflösung herbeiführte. Bald darauf heirathete Margarethe von Dölen Sebastian Stedtlern, einen Bürger zu Crimmitzschau und ihrem Beispiele folgten kurz nachher zwei ihrer vormaligen Ordensschwestern‚ Margarethe von Holläufer, welche den Bürger Wolf Koller in Schmöllen und Euphemia von der Pforten, welche den Pfarrer Biedermann zu Neukirchen heirathete. Kurz nach der Reformation gehörte Jössnitz einem Heinrich von Watzdorf. – Jobst Heinrich von Watzdorf besass 1576 ausser Jössnitz auch Röttis, Kauschwitz und Syrau. Sein Sohn, Conrad von Watzdorf, starb 1628 und ihm folgte als Besitzer der Güter Friedrich von Watzdorf, Landeshauptmann des Voigtländischen Kreises um 1660. Dessen Erbe Heinrich Sebastian von Watzdorf war churfürstlich Sächsischer Kammerherr Rath und Hauptmann der Aemter Zwickau, Stolberg und Werdau. Bei seinem 1669 in Zwickau erfolgtem Tode schrieb der Pfarrherr zu Jössnitz Magister Theophil Wild in das Sterberegister folgende originelle Anzeige: „den 7. Januarii frühe Morgen ist zu Zwicka Selig entschlaffen der Weiland hoch-Edelgeborene Gestrenge Vndt Veste Herr Heinrich Sebastian Von Watzdorff uff Röttiss etc. Er war ein überallemaass Discreter Vndt Hochverständiger Herr, ein sonderbahrer liebhaber und Gutthäter der Geistlichen, Vndt ware es ihm nur eine lust Wenn er sollte mit selbigen umbgehen, Vnndt habe ichs an meinem ort selber erfahren indem der S. Herr Hauptmann diese Zeit über da ich unwürdig das Pfarr-Ambt zu Jössnitz versorget so offt Er sich in seinem Rittersitze Röttiss aufgehalten mich alle Zeit gewürdiget an seine Tafel zu ziehen, Vndt mier in allen Stücken hohe ehre Vnndt wohlthat erwiesen die ich nicht genugsam rühmen kann, Vnndt hätte ich Von hertzen gewünschet dieses hohen Patrons leben wäre noch Viel lange Jahr verlängert worden, weiln dergleichen Priesterfreunde unter denen Von Adel anitzo wenig wo nicht gar Keiner in der welt zu finden sindt.“ – Friedrich August von Watzdorf auf Jössnitz, Syrau, Kauschwitz und Röttis war Chursächsischer Kreishauptmann und Commissarius des Voigtländischen Kreises, Appellationsrath und Obersteuereinnehmer; er starb 1749. Bald nach seinem Tode wurde Kauschwitz und Syrau verkauft, und 1842 veräusserte der Kammerherr Otto Friedrich Heinrich von Watzdorf, Landtags-Abgeordneter der Voigtländischen Ritterschaft auch Jössnitz. Der neue Besitzer war ein Herr Johann Gottfried Opitz, von dem das Gut an den dermaligen Eigenthümer, Herrn C. W. von Schlieben, gelangte.

Das noch vorhandene Schloss Jössnitz erbaute 1320 ein Ritter von Jössnitz. Es liegt auf einem in das Thal hervortretenden steilen Hügel und besteht aus zwei Gebäuden, von denen das eine, ein einfaches viereckiges Gebäu auf sehr starken Mauern ruht. Dieses Schloss wurde wahrscheinlich während des dreissigjährigen Krieges durch Feuer beschädigt, denn an der Fronte befindet sich die Jahreszahl 1643, zu welcher Zeit man mit der Reparatur fertig geworden ist. Das Hinterschloss ist eine altehrwürdige mit Thürmchen und Erkern gezierte Ritterburg, welche auf einer Seite durch Gräben und Bollwerke geschützt war und eine Zugbrücke hatte. Der Hussitenkrieg scheint dem Schlosse keinen bedeutenden Schaden gebracht zu haben, [38] um so wilder aber hausten hier die Schweden und Kaiserlichen im dreissigjährigen Kriege.

Die Kirche zu Jössnitz gründete höchst wahrscheinlich der deutsche Ritterorden. Bald nach seiner Entstehung (zu Anfang des dreizehnten Jahrhunderts) wusste sich der Orden im Voigtlande einzuschleichen und wurde von den Grafen von Eberstein, welche die immer mächtiger werdenden Voigte des Plauenschen Hauses zu fürchten begannen, freundlich aufgenommen, da sie von ihm Schutz und Unterstützung gegen die gefährlichen Nachbarn erwarteten. Die Deutschherren wussten durch List den Grafen von Eberstein zu Plauen dahin zu bringen, dass er ihnen die dasige Stadtkirche mit allen Donationen und Rechten überliess, mit welcher letzteren auch das Patronat über eine Anzahl Kirchen verbunden war, und so besass der Orden wenige Jahre nach seiner Ankunft Patronat und Lehen über die zum Theil erst von ihm gegründeten Kirchen zu Strassberg, Jössnitz, Oberlossa, Theuma mit Törpersdorf, Altensalz, Rodersdorf mit Tossen, Schwan, Dröda, Würschnitz, Planschwitz, Taltitz, Leubnitz, Kürbitz, Gailsdorf, Kloschwitz, Pohl und Roda. Nach dem Erwerb der Plauischen Kirche errichteten sie nun bei dieser eine Komthurei, von welcher noch der Komthurhof, die jetzige Wohnung des Superintendenten, seinen Namen hat, deren Bau jedoch erst im Jahre 1274 vollendet wurde. Wie zu Plauen gründeten die Deutschherren 1240 auch zu Schleiz eine Komthurei, ein Ordenshaus und die St. Georgs- oder heutige Stadtkirche, wodurch sie zugleich die Anlage der inneren Stadt Schleiz veranlassten. So kam der Orden zu immer grösserer Macht und hohem Ansehn.

Welche Schicksale die Kirche zu Jössnitz vor der Reformation erlitt ist unbekannt, doch kann sie kein bedeutender Unfall betroffen haben, da 1754 sie ein uraltes baufälliges Gotteshaus genannt wird, „klein und finster, die Fenster nach uralter Art sehr klein und enge und am Altar nur zwei runde Scheiben weit, das Dach mit Schindeln gedeckt und der Thurm mitten auf dem Dache sitzend“. Im Jahre 1755 wurde dieselbe gänzlich umgebaut und zeichnet sich nunmehr durch Freundlichkeit und Geräumigkeit vor vielen nahen Dorfkirchen aus. Der Taufstein ist ein Geschenk des Junkers von Watzdorf vom Jahre 1604. Auf dem Kirchboden entdeckte man 1837 ein altes Gemälde, den Kampf des Ritters Georg mit dem Lindwurme darstellend, welches seit langer Zeit mit Staub und Schmutz überzogen unbemerkt in einem Winkel gelegen hatte. Da das Bild von Werth zu sein schien brachte man es zu näherer Untersuchung nach Plauen und später nach Dresden, wo der Kunstverein es sofort als einen trefflichen Lucas Cranach erkannte. Nach geschehener Restauration soll das Gemälde dem Alterthumsvereine zu Dresden überlassen worden sein um es der im Palais des grossen Gartens aufgestellten Sammlung beizufügen.

Wie dieses merkwürdige Bild in die Kirche zu Jössnitz kam ist unbekannt, auf jeden Fall irren aber diejenigen, welche glauben, dass es aus der alten Liekirche hierhergekommen sei, denn diese lag zu Cranachs Zeit bereits in Ruinen. Diese Liekirche stand nämlich in einiger Entfernung von Jössnitz auf einer jetzt mit Holz bewachsenen weit über das Voigtland und Erzgebirge hinschauenden Anhöhe und war ein Gestift der Herren von Tettau. Die Volksage erzählt, dass einst auf dieser Höhe ein Lindwurm hauste, der täglich einen Menschen aus dem zunächst liegenden Orte zum Frasse verlangte, bis ein Jüngling aus Syrau, dessen Braut zum nächsten Frühstück des Ungeheuers dienen sollte, mit dem Muthe der Verzweiflung den gefrässigen Wurm in seinem Schlupfwinkel aufsuchte und mit Hülfe Gottes und des heiligen Georgs glücklich erlegte. Aus Dankbarkeit erbaute das Brautpaar auf der Höhe, wo der Wurm gehaust hatte, die Lindwurmkapelle, welche man später Liekirche nannte. Eine andere begründetere Sage ist, dass man in dem alten zusammengestürzten Gemäuer zu Ende des sechszehnten oder vielleicht auch zu Anfang des siebzehnten Jahrhunderts eine kleine Glocke ausgrub, welche jetzt als vierte Glocke auf dem Kirchthurme zu Syrau hängt und in Mönchsschrift die Worte enthält: „Hilf her got uns aus Not.“ Die Anhöhe, wo das Kirchlein stand, heisst noch jetzt die Liekirche, welcher Name ohne Zweifel aus „Unserer lieben Frauen Kirche“ entstanden ist.

Prediger und Pastor in Jössnitz ist der jedesmalige erste Lauddiakonus in Plauen, welcher deshalb auch nicht in Jössnitz sondern in Plauen wohnt. Für sein Fortkommen nach Jössnitz, welches eine starke Stunde nördlich von Plauen an dem Communikationswege nach Elsterberg liegt, und überhaupt für seine amtlichen Wege ausserhalb Plauens, muss der Rath dieser Stadt, als Verwalter der Deutschherrenstiftung, dem Diakonus ein Pferd halten, welches urkundlich „ein leidlicher Reitklepper“ sein muss. Das Patronat über die Kirche zu Jössnitz steht dem ersten Pfarrer zu Plauen als Nachfolger der ehemaligen Komthure des Deutschherrenordens zu. Eingepfarrt sind in dieselbe ausser Jössnitz auch das Dorf Röttis, die Bartmühle und das Lochhaus.

Jössnitz hat gegen vierhundert Einwohner, darunter sind dreiunddreissig begüterte Personen und neun Häusler. Unter jenen sind acht, welche eine ganze Hufe, vier, welche eine halbe Hufe, sechs, welche eine Achtelhufe besitzen und elf sogenannte Kuhhäusler, das heisst, solche Grundbesitzer, welche wegen ihres geringen Areals nur einige Kühe halten können und kein Gemeinderecht haben. Einem Bauerhofe zu Jössnitz lag bis zur Zerstörung des Ebersteinischen Schlosses in Plauen durch die Hussiten (1430) die Verpflichtung ob in die Capelle desselben alljährlich ein Pfund Wachs zu Kerzen auf den Altar zu zinsen, und nach einem aus dem Jahre 1503 noch vorhandenen Register der Balley Thüringen, unter welcher die hiesigen Deutschordensbesitzungen standen, gehörten zu den reichen Gütern des Ordens auch fünf Bauerhöfe in Jössnitz. – Die Zahl der Kinder, welche die Schule zu Jössnitz besuchen, beläuft sich auf etwa achtzig.

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Reussa.


Das Rittergut Reussa liegt dicht an der Stadt Plauen. Zu ihm gehören ausser dem Dorfe Reussa vier Häuser, die Sorge genannt, ein Theil von Tauschwitz, die Teichmühle, Theile von Gross- und Kleinfriesen, Neuensalza, Schloditz, Theuma und Voigtsgrün, das Dorf Dürrgrün und die Rangmühle mit zusammen etwa fünfhundert Einwohnern.

Wann Reussa gegründet wurde ist nicht bekannt, doch war es bereits im dreizehnten Jahrhundert vorhanden und auf dem Schlosse sassen Edelleute, welche bei den mächtigen Grafen von Eberstein zur Lehn gingen. Als die deutschen Ordensritter mit Bewilligung des Grafen von Eberstein, 1214 auf schlaue Art in den Besitz der Kirche und Seelsorge im Eberstein’schen Gebiet gelangt waren und ihre energische Wirksamkeit für die völlige Ausrottung des slavischen Heidenthums und die allgemeine Einführung der Christuslehre begann, entstanden eine ziemliche Anzahl christlicher Gotteshäuser, welche der sehr bald zu Ansehn und Reichthum gelangte Deutschherrenorden angemessen dotirte. Zu diesen ursprünglich kleinen und unansehnlichen Capellen gehörte auch ein Kirchlein zu Reussa, welches, jetzt gänzlich verfallen, später nur als Begräbnisskapelle benutzt und von einem Caplan der Hauptkirche zu Plauen versehen wurde.

Als Besitzer Reussas kommt urkundlich zuerst Herman von Rabe vor, der 1382 zu Mühldorf bei einer Schenkung zu frommen Zwecken als Zeuge gegenwärtig war. Hans von Rabe auf Reussa gehörte nebst einer Anzahl benachbarter Edelleute zu der tapferen Besatzung des Plauenschen Schlosses Hradschin, welche allen Stürmen der fanatischen Hussiten erfolgreichen Widerstand entgegensetzte. Aber das Schloss barg einen Verräther. Der Ritter von Ratschauer, welcher die Besatzung kommandirte, liess sich durch das Anerbieten einer grossen Summe Geldes bestimmen dem ergrimmten Feinde das Thor des Hradschin zu öffnen, und am Morgen des Peter-Paultages 1430 drangen die Hussiten in das Schloss. Die ganze zweitausend Mann starke Besatzung wurde niedergehauen, unter den ersten Opfern der Hussitischen Wuth befand sich jedoch auch der verrätherische Commandant, dem ein Anführer des Feindes unter der Wölbung des Thores mit einem Streitkolben das Haupt zerschmetterte. Nachdem die Besatzung ermordet war demolirten die Hussiten das Schloss und zogen mit unermesslicher Beute beladen über Oelsnitz nach Hof, beide Städte gleichfalls dem Verderben opfernd, und alsdann nach Franken und Baiern. Die Edelleute, welche im Hradschin zu Plauen ihren Tod fanden waren Otto von Röder auf Rodersdorf, Conrad von Röder auf Leubnitz, Conrad von Röder auf Pöhl, Hans von Rabe auf Reussa, die Bruder Hans und Jahn von Magwitz, Hans von Possegk, Wilhelm von Milaw, Herrmann von Kopp, Hans von Pöllnitz, Heinz Rumpf von Mossbach und Conrad von Mölsdorf.

Im Jahre 1465 wird Heinz Rabe auf Reussa (Rewsza) genannt. Er schenkte dem Kloster Kronschwitz die Lehn über einen Bauerhof zu Grossfriesen und dessen jährliche Zinsen von drei Hühnern und zwei Scheffeln Hafer, damit solches „di fromen Junkfrawen czum ermelten Convent vmb Gots wilen mit jenigen gebett vor mein arm sel vnd czu troste vnd Erkikung meiner eldern und nachkommen selen bass vormerken. Dess sein geczewgen di erbarn mannen Bartel von Reynstorf; Dittrich von Langenhessen mein schweher; Melchier von Salcze dem Nawen vndt der wirdige Er Erhardt pfarher czu Theyman“. Sein Tod erfolgte um das Jahr 1480 denn zu dieser Zeit empfing die Lehn über Reussa, Schneckengrün und Schloditz Hans von Rabe, des alten Heinz Rabe auf Rewsza Sohn. Das Todesjahr dieses Besitzers von Reussa ist nicht bekannt. Vielleicht lebte er noch im Jahre 1545, wo zur Zeit eines Hans von Rabe nahe bei Reussa die adeligen Junker Volkmar von Rüther, Thomas Joachim von Zedtlitz, Walther von der Mosel, Hans von Trützschler und Adam von Röder auf der Strasse angefallen und niedergeschossen wurden. Die Mörder sowie die Veranlassung zu dieser Blutthat giebt das gleichzeitig geschriebene Manuscript, dem wir dieses Ereigniss nacherzählen, nicht an. Heinrich von Rabe auf Reussa lebte 1577 und Christian von Rabe 1603. Er scheint der letzte Besitzer Reussas aus der Familie von Rabe gewesen zu sein, denn von 1639 bis 1648 gehörte das Gut Christian von Winkelmann, bei dessen Familie es sich noch 1692 befand. Zu Ende des siebzehnten Jahrhunderts gehörte Reussa dem Oesterreichischen General-Feldmarschall-Lieutenant Heinrich Ferdinand von Müffling, auch Weiss genannt, der auch Oberlossa besass, das prächtige Schloss zu Reussa an der Stelle des alten, noch von dem Rabe’s erbauten burgartigen Gebäudes aufführen, und eine neue Begräbnisskapelle errichten liess. Er fand am 28. August 1737 seinen Tod in Ungarn bei einem Gefecht gegen die Türken.

Zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts hob sich ganz besonders der Flor der Plauenschen Musselin-Manufacturen, wodurch einzelne Kaufleute zu grossen Reichthümern gelangten und bald die um Plauen gelegenen grösseren Rittergitter an sich kauften. So erwarb Imanuel Haussner Neudorf mit Strassberg; Friedrich Haussner Kauschwitz, Eichhorn, Libau, Hartenstein, Oberlossa; Gottlob Schmidt Schneckengrün und Untermarxgrün und Johann Christian Merz das Schloss und Gut Reussa. Merz liess in dem Schlosse eine Spinnmaschine errichten. – Nach Merz besass Reussa der Kaufmann Schmidt; der jetzige Eigenthümer ist Herr Dr. L. Schneider zu Plauen.

Was Reussas Schicksale anbetrifft so theilte es dieselben fast immer mit dem nahegelegenen Plauen, und wurde, wie dieses auch 1430, von den Hussiten eingeäschert. Als im Jahre 1524 der thüringische Bauernaufstand losbrach, verbreitete sich derselbe auch über das Voigtland und furchtbar war die Rache, welche für den erlittenen Druck die aufgeregten Bauern an ihren Grundherren ausübten. Güter und Schlösser, Klöster und Kirchen brannten sie nieder, der Adel, ohne Rücksicht auf Alter oder Geschlecht wurde ermordet oder scheusslich misshandelt, die Mönche starben unter den schrecklichsten Qualen und mit den Nonnen trieben die rohen Rebellen den schändlichsten Muthwillen. Der in Plauens Umgegend wohnende Adel floh erschrocken hinter die festen Mauern der Stadt, bald aber war dieselbe von Bauernhaufen umzingelt, welche die nahen Edelhofe anzündeten und einen Angriff auf Plauen [40] versuchten, der indessen misslang. Die Aufrührer begannen nunmehr die Stadt zu blokiren, wobei sie auch das von der Stadt etwas abgelegene Schloss Dobenau zerstörten, welches dem deutschen Orden gehörte. Namentlich zeichneten sich durch ihre Wuth die Bauern von Theuma, Oberlossa and Unterlossa aus, deren Dörfer unter dem deutschen Orden standen, und noch nach Jahrhunderten hörte man im Voigtlande um einen grossen Lärm zu bezeichnen das Sprichwort: „es ist Theuma und Lossa auf!“ Theuma verlor als Strafe für den Aufruhr seine früher besessene Marktgerechtigkeit. – Als die empörten Bauern endlich Truppen anrücken sahen zogen sie sich von Plauens Mauern zurück, wurden aber bei Possig eingeholt und angegriffen wobei 7000 ihren Tod fanden. Die Schlacht bei Frankenhausen und Thomas Münzers Gefangenschaft machten dem Bauernkriege ein Ende, nachdem einige Hunderttausende dieser Elenden unter den Händen der Kriegsleute oder auf dem Schaffot gestorben waren. – Auch der dreissigjährige Krieg lastete hart auf hiesiger Gegend. Da die Städte des Voigtlandes nur mit schwachen Besatzungen unter dem Namen Defensionern versehen waren und deshalb dem Feinde keinen erheblichen Widerstand entgegen zu setzen vermochten, so wurden sie fast immer eine leichte Beute des Feindes. Fürchterlich hauste in Plauen und dessen Umgegend der berüchtigte kaiserliche Generallieutnant Holke, welcher die nahen Dörfer ausplündern und fast gänzlich verwüsten liess. Fast noch unmenschlicher betrugen sich 1640 die Schweden. Auch der Napoleonische Krieg hat viel Elend über hiesige Gegend gebracht. Die Pest herrschte hier in den Jahren 1575, 1582, 1631, 1632, 1644 und 1682.

S.     




Röttis.


Röttis, im Amte Plauen nahe beim Dorfe Jössnitz gelegen, besteht ausser dem Rittergute aus fünf Hufengütern, zwei Gartennahrungen und zwei Kleinhäusern. Zu dem Rittergute gehört die Bartmühle, das Lochhaus und ein Theil von Steinsdorf. Der Ort hat eine höchst angenehme Lage, und eben so romantisch liegen nahe am Elsterflusse das Lochhaus und die Bartmühle, von denen letztere das Ziel zahlreicher Landparthien von Plauen aus bildet. Unterhalb der Mühle beginnt das Steinicht, einer der reizensten Theile des Elsterthales, so genannt wegen seiner malerischen Felswände die sich in der Länge von ziemlich einer Stunde dahinziehen. Nahe bei Röttis führt die Sächsisch-Bairische Eisenbahn vorüber mit ihren merkwürdigen und grossartigen Ueberbrückungen die hier eine Höhe von fast hundertfunfzig Fuss erreichen. In Rottis leben ungefähr siebzig Menschen.

Röttis war in der frühesten Zeit Eigenthum der alten Familie von Jössnitz die bereits im dreizehnten Jahrhundert im Voigtlande begütert war. Conrad von Jössnitz lebte hier und auf dem nahen Jössnitz in der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts und gehörte 1377 zu einer von Heinrich Reuss von Plauen und drei Sächsischen Markgrafen zusammenberufenen Grenzregulirungscommission. Als Beistände und Obmänner dieser Commission fungirten Holt auf Cottindorf, Hans von Neumarkt nebst Gotthold und Leutold von Pöllnitz. Die Markgrafen hatten dazu gesendet den Voigt von Mühldorf, Hans Frohner, Heinrich und Conrad von Magwitz, Conrad von Jössnitz, Künzel den Schwarzen Henz, ingleichen die Dorfgemeinden von Tirbach, Hadirsack, Ranschbach, Wallengrün und den Förster auf dem Berge. Der Reuss hatte seiner Seits verordnet: Ere Nickel Knochenhauer, Gottfried und Fritz von Dölen, Dither Kunz Röder, Hans von Etzilsdorf, Gottfried von Drachsdorf, Reinold von Mosen, Hans Russwurm und Hans von Breitenbach, sowie die Bürger Peter Kobinger, Conrad Kleinschmidt, Heinrich Raver und einige Dorfgemeinden.

Eine Urkunde von 1397 nennt einen Heinrich von Jössnitz auf Röttis der mit dem Clarenkloster zu Hof in diesem Jahre einen Kauf abschloss. Er war der letzte Herr von Jössnitz, welcher Röttis besass, denn schon 1417 gehörte dasselbe einem Herrn von Dobeneck, dessen Sohn, Heinrich von Dobeneck, 1430 der von den Hussiten bedrohten Stadt Plauen mit fünf Knechten zu Hülfe zog. Die von Dobeneck besassen Röttis noch 1460, nach dieser Zeit aber finden wir es als Eigenthum des deutschen Ordens zu Plauen. Das Gut Röttis mit einer Holzmark von hundert Ackern wird noch in einem Güterverzeichniss des Ordens von 1503 als ein Besitzthum der Deutschherren genannt und scheint es auch bis zu deren durch die Reformation hervorgerufenen Aufhebung gewesen zu sein, bald nachher aber kam es an die Herren von Watzdorf, von welchen 1568 Jobst Heinrich von Watzdorf auf Jössnitz, Syrau, Kauschwitz und Röttis genannt wird. Er hinterliess als Erben einen Sohn, Conrad von Watzdorf, der 1628 zu Röttis starb, wodurch die Güter an Fritz von Watzdorf, Kreishauptmann des Voigtlandes, gelangten. Als derselbe 1660 mit Tode abging erhielt seine Besitzungen Heinrich Sebastian von Watzdorf, Kammerherr und Amtshauptmann zu Zwickau und Werdau, ein Mann von vielfachen Verdiensten, der 1669 zu Zwickau starb. Von seinen Söhnen erbte Jössnitz, Kauschwitz, Röttis und Syrau Friedrich August von Watzdorf, Kreishauptmann, Appellationsrath und Obersteuereinnehmer, welcher bis 1749 lebte. Die Watzdorfe behielten Jössnitz und Röttis noch bis zum Jahre 1842, wo der Kammerherr Otto Friedrich Heinrich von Watzdorf Jössnitz und Röttis an Johann Gottfried Opitz verkaufte von dem es bald an einen Dr. Weimer überging. Zur Zeit ist Besitzer von Röttis Herr Dr. Lorenz in Plauen.

Besondere Unglücksfälle scheinen Röttis nicht betroffen zu haben, denn selbst im dreissigjährigen Kriege, der doch unsägliches Elend über das Voigtland brachte, wird in Bezug auf Röttis nur eine pestartige Krankheit erwähnt, die 1633 einige Einwohner in das Grab stürzte. – Röttis ist in die nahe Kirche des Dorfes Jössnitz eingepfarrt, die im Jahre 1755 einen gänzlichen Umbau erfuhr, da sie wegen hohen Alters gänzlich baufällig geworden war. Als Pfarrer fungirt an dieser Kirche der erste Landdiakonus zu Plauen, der auch in dieser Stadt seine Wohnung hat. Das Patronat über die Kirche zu Jössnitz steht dem Superintendenten der Stadt Plauen zu, der die Rechte eines Comthurs des deutschen Ordens, welchem die Kirche einst gehörte, damit ausübt. – Die Schule der Parochie besuchen etwa achtzig Kinder.

L.     


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