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Ahrenshoop, 1938

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Hans Brass
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Titel: Ahrenshoop, 1938
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Entstehungsdatum: 1938
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Quelle: Commons
Kurzbeschreibung: Tagebuchauszüge zum Thema Ahrenshoop, 1938
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Einführung

Der Artikel Ahrenshoop, 1938 zeigt die von Stefan Isensee im Rahmen seines Werkes „Ahrenshoop vor und im Krieg“ zusammengestellten Tagebuchauszüge zum Jahr 1938. Textauslassungen wurden mit [...] gekennzeichnet, eingefügte Erläuterungen von Stefan Isensee in eckigen Klammern kursiv [Erläuterung]. Während seiner religiös-schwärmerischen Zeit nannte Hans Brass sich „Johannes“ und Martha Wegscheider nannte er „Maria“.

Tagebuchauszüge

[1] Dienstag den 26. April 1938.

[...] [2]      Nach den Ostertagen ging hier gleich die Arbeit los. Ich firnißte den Fußboden der Bunten Stube, eine sehr anstrengende Arbeit, die mich drei volle Tage in Anspruch nahm u. mich erschöpfte. Jetzt bereiten wir die Saison vor. Das Geschäft sieht sehr viel besser aus, als im vorigen Jahre. Auf meine Veranlassung haben wir eine beträchtliche bauliche Vergrößerung durchgeführt u. haben die Einrichtung wesentlich verbessert. Ich hoffe, daß sich diese Verbesserungen bestens auswirken mögen, damit im Herbst Geld vorhanden ist, um unser Haus mit Wasserleitung, Badestube u. neuer Küche zu versehen. Ich möchte dann gern unten zu ebener Erde wohnen.

[2] Müritz, den 23. Oktober (Sonntag) 1938.

[...] [3]      Geschäftlich war die Saison wieder recht günstig, aber sonst, war es wieder eine schlimme Zeit, die endlich ihren Abschluß fand mit den dramatischen Ereignissen, die um Haaresbreite am Kriege vorbei führten. Dieser Krieg aber ist nur aufgeschoben, was mit immer fürchterlicherer Gewißheit sichtbar wird. Diese Ereignisse haben das nationalsozialistische Regime keineswegs gefestigt, vielmehr stellt sich immer deutlicher heraus, daß der Führer unter seinen Getreuen erhebliche Einbuße erlitten hat. Man spricht überall ganz offen davon u. es sieht sehr besorgniserregend aus. Hinzu kommt, daß die aggressive Haltung der Regierung gegen die Kirche immer unverhohlener wird. Aus Wien kommen beunruhigende Gerüchte über ausländische Sender, – die ganze Welt spricht von den skandalösen Ausschreitungen gegen Kardinal Innitzer, nur wir in Deutschland hören nichts davon. Das Berliner Kirchenblatt ist seit langer Zeit ganz verboten, sodaß auch diese Quelle, die hier u. da etwas zwischen den Zeilen erraten läßt, verstopft ist. Es ist fürchterlich, wie sich die Dinge mit quälender Langsamkeit mehr u. mehr zuspitzen.

[1939: Schwere Krankheit mit Schädeloperation]