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„Und alles ohne Liebe“ (Fontane)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Theodor Fontane
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: „Und alles ohne Liebe“
Untertitel:
aus: Gedichte, Seite 215–216
Herausgeber:
Auflage: 10. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1905
Verlag: J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Stuttgart und Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
siehe auch die frühere Fassung Die arme Else bei Wikisource
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
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Bearbeitungsstand
fertig
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„Und alles ohne Liebe.“


     Die Mutter spricht: „lieb Else mein,
Wozu dies Grämen und Härmen?
Man lebt sich in einander ein,
Auch ohne viel zu schwärmen;

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Wie manche nahm schon ihren Mann,

Daß sie nicht sitzen bliebe,
Und dünkte sich im Himmel dann
Und – alles ohne Liebe.“

     Jung-Else hört’s. Sie schloß das Band,

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Das ewge, am Altare,

Und lächelnd nahm des Gatten Hand
Den Kranz aus ihrem Haare;
Ihr war’s, als ob ein glühend Roth
Sich auf die Stirn ihr schriebe,

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Sie gab ihr Alles, nach Gebot,

Und – alles ohne Liebe.

     Der Mann ist schlecht; er liebt das Spiel
Und guten Trunk nicht minder,
Sein Weib zu Hause weint zu viel

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Und ewig schrein die Kinder;

Spät kommt er heim; er kost, er schlägt,
Nachgiebig jedem Triebe,
Sie trägt’s wie nur die Liebe trägt
Und – alles ohne Liebe.

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     Sie wünscht sich oft, es wär vorbei,

Wenn nicht die Kinder wären,
So aber sucht sie stets aufs neu
Zum Guten es zu kehren,
Sie schmeichelt ihm und ob er dann

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Auch kalt bei Seit sie schiebe,

Sie nennt ihn „ihren liebsten Mann“
Und – alles ohne Liebe.