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„Stillleben“ von Abraham Mignon

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Textdaten
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Titel: „Stillleben“ von Abraham Mignon
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 24, S. 408
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[408] „Stilleben“ von Abraham Mignon. (Zu unserer Kunstbeilage.). Unter den „alten Meistern“, welche das „Blumen- und Fruchtstück“ pflegten, ist Abraham Mignon einer der berühmtesten. Von Geburt ein Deutscher – er kam 1640 in Frankfurt a. M. zur Welt – gehört er der holländischen Schule an. Seine Lehrer waren die Blumenmaler Jakob Moreel und J. D. van Heem in Utrecht; namentlich der letztere wurde vorbildlich für die Entwicklung seines Talents. Obgleich Mignon nur 39 Jahre alt wurde, hat er doch eine große Zahl von Bildern hinterlassen, die alle den Vorzug ungemein feiner Ausführung haben. Durch den Glanz der Farbe, die Treue der Wiedergabe, den Reiz des malerischen Arrangements fanden diese Stillleben mit ihren Blumen, Früchten, Schmetterlingen, Käfern, Vögeln zahlreiche Bewunderer und schon bei Lebzeiten Mignons standen sie hoch im Preis. Alle jene Vorzüge vereinigt das Bild, das unsere Kunstbeilage heute wiedergiebt. Das Original hängt in der Dresdener Gemäldegalerie und führt dort im Katalog den Titel „Ein Vogelnest im Fruchtkorb“. Die üppige Fülle von Früchten aller Art, von Weintrauben, Pfirsichen, Aprikosen, Pflaumen, Kürbissen, Beeren, die in und um den Korb herum aufgehäuft sind, erhält einen großen malerischen Reiz durch das freie natürliche Arrangement, welches darauf ausgeht, einen Teil so darzustellen, wie die Früchte zwischen dem Laube am Zweige hängen. Lose darüber hingestreute Blüten, Blätter und Kornähren erhöhen noch diesen Reiz. Allerhand geflügelte Gäste, Bienen, Käfer, Vögel geben sich in dieser duftigen Welt leckerster Genüsse ein Stelldichein. Daß die Zeit, in welcher die Vögel Eier legen und die, in welcher die Traube reif wird, in Wirklichkeit etwas weit auseinanderliegen, war für den naiven Sinn des Malers kein Hindernis, in das Ganze das zierliche Nest mit den drei hellen Eierchen hineinzukomponieren. Um so treuer war er gegen die Wirklichkeit in der Darstellung all der farbenleuchtenden Einzelheiten.


☛      Hierzu Kunstbeilage XIII: „Stilleben“. Von A. Mignon.