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’s Gretle a’ der Kunkel

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Anna Schwäble
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Titel: ’s Gretle a’ der Kunkel
Untertitel:
aus: Die deutschen Mundarten. Auserlesenes aus den Werken der besten Dichter alter und neuer Zeit. Oberdeutsch, S. 121–123
Herausgeber: Carl Regenhardt
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Carl Regenhardt
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
Gedicht in schwarzwald-schwäbischer Mundart
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
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Bearbeitungsstand
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[121]
’s Gretle a’ der Kunkel[1]


Wia wurd miar dea Winter
Mei’ Zeit au so lang,
Wia ischts miar um ’s Hearz oft
So schwer und so bang

5
Mi ka’ jô nix freua,

Was Andre vergnüagt, –
Weils ällweil da’ Sinn miar
Nôch Stuagert na ziagt.

Mei’ Rad will et schnurra,

10
Dear Fad so oft bricht,

Dui ganz Spinnerei ischt
Äll Fahrt ganz verricht[2].

Wia bleibt miar mei’ Rädle
Oft stauh’ o’verhofft,

15
Dean Fada, dean netz i

Mit Thräna gar oft!

Voar Loid, – jô voar Hoimwaih
Mei’ Hearz mir oft bebt,
Weil huier mei’ Frieder

20
Miar d’ Kunkel[1] et hebt!


Scho’ morge’ds – dô lôßt ear
Sei’ Vieh nemme naus,
Wia hôt ear als knällt jô
Dô abe am Haus.

25
[122]
Und melk i em obe’ds,

Versieh-n-i mein Stall,
’s klopft nemme ans Fea’schter, –
Oh! ’s fehlt überall!

Jô freile dear Jäger,

30
Dear schneckelet rum;

I laß mi net blicka, –
I be’ net so dumm!

I ka’s neamer klaga,
Und streits Älle weg;

35
– Sott is ebber[3] saga,

I siags blauß mei’m Scheck.

Mei’ Scheck ischt mei’m Frieder
Sei’ Liableng jô gwea,
Mei’ Scheck hôt mein Frieder

40
Jâ au so gearn gseah’.


’s ischt lang noh bis z’ Früahleng
Wia lahm gôht au d’ Zeit! –
I muaßs halt verwarta,
Doch – nô kommt mei’ Freud.

45
Jô, gwiß wurds nô besser,

Vo’ Thräna koi’ Spur,
Dô kommt jô mei’ Frieder
In sei’ra’ Montur.

Wia schö’ wurd mei’ Frieder

50
In Oneform sei’,

Ear ischt jô so sauber,
Et z’ grauß und et z’ klei’!

[123]
I glaubs, daß mei’ Frieder

„Getreu miar verbleibt,“

55
Und dronnt in deam Stuagert

Sei’ Zeit guat vertreibt.

Ear betet sein Seaga
In sei’ra’ Kasearn,
Und fluacht et wia Andre,

60
Drum hôt ma’-n- au gearn!


– Jetzt stôht gwiß mei’ Frieder
Alloi’ uf der Wacht! –
Und i gang zuar Ruah jetzt
Und sag em „Guat Nacht!“


Anmerkungen der Vorlage

  1. a b Spinnrocken.
  2. alle Augenblick ganz verrückt
  3. jemanden.