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Seite:Die Gartenlaube (1858) 237.jpg

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verschiedene: Die Gartenlaube (1858)

duldete; gelitten hat er genug. Keiner von denen, die ihn etwa tadeln, hätte ihm zehn Thaler gereicht, Nächte gewidmet, Nachsicht mit ihm gehabt, hätt’ er sich nur zerstört zeigen können.“

Fast gleichzeitig mit seinem Tode traf die Nachricht ein, daß der Staat Kleist eine ansehnliche jährliche Unterstützung gewähren wollte.

Es war zu spät!

Eine angeborene Reizbarkeit, zu der sich die Verzweiflung des Patrioten und, wir dürfen und wollen es nicht verschweigen, die gemeine Noth des Lebens gesellten, veranlaßte den Dichter, sich selbst den Tod zu geben.

Er hat den großen Befreiungskampf des deutschen Volkes nicht mehr erlebt; an der Schwelle jener großen Ereignisse warf er die Last des für ihn unerträglichen Daseins ab. Ueber seinem Grabe ging die Sonne wieder auf, die er für immer untergegangen glaubte. Ruhm und Anerkennung wurden ihm erst nach seinem Tode im reichsten Maße zu Theil und sein Name hoch gepriesen. – Er war ein Dichter und – ein Deutscher.

Max Ring

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Ein Besuch der Officin von Brockhaus in Leipzig.
Mitgetheilt von Albert Rottner.
(Schluß.)

Der Maschinensaal.

Wir wenden uns nun zu den Schnellpressen, welche in einem besonders Saale im Souterrain aufgestellt sind, und durch eine Dampfmaschine von 4 Atmosphären oder 8 Pferdekraft aus der Fabrik der König Friedrich August-Hütte im Plauen’schen Grunde bei Dresden in Bewegung gesetzt werden. Wir finden hier 14 Druckmaschinen in Thätigkeit, unter diesen 2 Doppelmaschinen größten Formats, auf denen die „Illustrirte Zeitung“ gedruckt wird, 2 Doppelmaschinen mittleren Formats, 4 einfache Maschinen Lexikonformats, 3 einfache Maschinen mittleren Formats, 2 Krummzapfenmaschinen und eine Accidenzmaschine.

Die leitende Idee einer Druckmaschine ist folgende: Die Form, welche gedruckt werden soll, liegt auf einem Fundamente, das durch den Mechanismus der Maschine eine regelmäßig-wagrecht hin- und hergehende Bewegung erhält. Die Druckform hat die gewöhnliche Einrichtung, jedoch keinen Deckel und keine Rähmchen, über derselben befindet sich auf der Mitte des Weges, den sie zu durchlaufen hat, die Druckwalze, ein Cylinder oder eine große Trommel, welche mit Filz überzogen, zum Auflegen des Papiers und zum Abdrucken desselben bestimmt ist. Vor dieser Trommel befindet sich das Farbenwerk, welches aus verschiedenen Walzen besteht, die, aus dem obern Farbenbehälter die Farbe aufnehmen und an einander abgeben, bis diese endlich auf der Hauptwalze, welche die Form einschwärzt, als eine gleichmäßige Schicht verbreitet ist.

Verfolgen wir nun den Gang der Maschine in ihrer Thätigkeit. Die Form liegt am Anfange ihrer Bahn. Jetzt beginnt die Maschine ihren Gang, die Druckwalze steht fest und ein Knabe legt an bestimmten Klammern einen Bogen Papier über der Walze an, die Maschine ergreift denselben und führt ihn auf die Walze. Unterdessen ist die Form unter dem Farbenwerke durchgegangen, hat dort von der Schwärzwalze die nöthige Farbe gleichmäßig vertheilt empfangen, und langt unter der Druckwalze zugleich mit dem zu druckenden Bogen an, welcher nun den Druck empfängt, und durch Leitbänder von der Druckwalze zu einer Tafel geführt wird, wo ihn ein zweiter Bursch abnimmt und auf den Stoß legt. Die Form beginnt jetzt ihren Rückgang, wobei die Druckwalze durch die Einrichtung des Mechanismus in die Höhe gehoben wird, um mit derselben nicht in Berührung zu kommen, und gelangt wieder an den Ausgangspunkt, um dasselbe Spiel zu wiederholen.

Die geographisch-artistische Anstalt.

Unter dieser Firma sind die technischen Zweige der artistischen Abtheilung vereinigt, welche aus einer Stahl- und Kupferdruckerei, aus einer lithographischen Druckerei und aus einem Atelier für

Empfohlene Zitierweise:
verschiedene: Die Gartenlaube (1858). Ernst Keil's Nachfolger, Leipzig 1858, Seite 237. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Gartenlaube_(1858)_237.jpg&oldid=- (Version vom 4.8.2020)