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Seite:Die Gartenlaube (1855) 518.jpg

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Verschiedene: Die Gartenlaube (1855)

Hinzurechnung des Reservefonds bereits mehr als ein Drittheil vom Betriebskapital ausmacht.

Nach alledem glaube ich in jeder Beziehung in das Urtheil des angeführten Buchs einstimmen zu müssen, das ich hier wörtlich mittheile.

„Um es kurz zusammen zu fassen,“ – sagt der Verfasser am Schlusse des zweiten Kapitels – „bestehen die Vortheile, welche dem kleinen Gewerbstande aus solchen Vereinen entstehen, darin, daß derselbe dadurch
     1) in den Stand gesetzt wird, jeden Augenblick eine den Verhältnissen angemessene baare Summe zu erhalten;
     2) daß ihm die hohen, wucherischen Zinsen erspart werden, die er bisher bei solcher Aushülfe, wenn er sie überhaupt fand, opfern mußte;
     3) daß der Gewinn des Vorschußgeschäfts, bisher das thatsächliche Monopol der Kapitalisten, in seine eignen Taschen zurückfließt, und nebst den kleinen, ihn nicht belästigenden Steuern, die Anfänge einer eignen Kapitalbildung zu seinen Gunsten bildet.

Nur auf solche Weise läßt sich ein vernünftiger, praktischer Ausgangspunkt bei Handhabung der sozialen Frage auffinden, der auch von der allerconservativsten Seite die Probe hält. Der systematischen Entzweiung von Arbeit und Kapital, zum großen theil der Frucht bitterer Noth und des Unverstands, so gefürchtet in ihren Konsequenzen, kann wohl nicht besser entgegengetreten werden, als wenn man den Arbeiter selbst der Vortheile des Kapitals theilhaft werden läßt, ihm die Bildung eines eignen Kapitals ermöglicht.“

Möchten die in dem Buche vertretenen Grundsätze, so schließe ich, das Beispiel so bedeutender Erfolge, zum Segen unseres Handwerker- und Arbeiterstandes eine recht ausgebreitete Nachfolge finden, und besonders dazu dienen, so manche einseitige Bestrebungen, welche von der Rückkehr zu den Beschränkungen voriger Jahrhunderte das Heil erwarten, aber die Unmöglichkeit ihrer Voraussetzungen zu belehren, da mit den Verkehrsformen, welche dem Stande der Dinge zu einer gewissen Zeit entsprachen, diese Zeit selbst nimmermehr zurückgeführt werden kann.




Gedrängte Uebersichtskarte des russisch-türkischen Kriegsschauplatzes.[1]


A. Perekoy. – B. Botasch. – C. Eupatoria. – D. See Sasik. – E. Kalamita-Bai. – F. Hafen von Sebastopol. – G. Kap Chersones. – H. Kap St. Georg. – I. Hafen von Balaklava. – J. Kamara. – K. Kaffa. – L. Meerbusen von Kaffa. – M. Kap Takli. – N. Bai von Kertsch. – O. Kertsch. – P. Jenikale. – Q. Leuchtthurm. – R. S. Vorgebirge. – T. Meerbusen von Kasantipp. – U. Halbinsel. – V. Hafen von Arabat. – W. Landzunge von Arabat. – X. Baktschissarai. – Y. Simferopol. – Z. Kara Su Bazar. – I. Anapa. – II. Taman. – III. Landzunge. – IV. Landschaft Taman. – V. Okhatarsk. – VI. Asow. – VII. Rostow. – VIII. Taganrog. – IX. Mariopol. – X. Alexandriovisk. – XI. Rediansk. – XII. Genitschi. – XIII. Das faule Meer. – XIV. Das schwarze Meer. – XV. Meerenge von Kertsch. – XVI. Mündung des Kuban. – XVII. Meerenge von Jenikale. – XVIII. Meerbusen von Asow. – XIX. Asow’sche Meer.


  1. Während der orientalische Krieg sich bisher fast lediglich auf Belagerung der Seefeste Sebastopol erstreckte, dürfte uns die nächste Zeit mehr Berichte über Operationen im freien Felde bringen. Wir geben hiermit unseren Lesern eine gedrängte Uebersicht des gesammten Kriegsschauplatzes, welche zur Orientirung der kommenden Ereignisse wesentlich beitragen wird. Wir haben dabei besonders Rücksicht auf die Operationen der Flotten genommen, die, wenn nicht alle Nachrichten trügen, schon in den nächsten Tagen, besonders im asow’schen Meere, beginnen werden.
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Verschiedene: Die Gartenlaube (1855). Leipzig: Ernst Keil, 1855, Seite 518. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Gartenlaube_(1855)_518.jpg&oldid=- (Version vom 12.7.2023)