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Seite:De Zimmerische Chronik 2 625.jpg

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sonder leib und guet bei inen ufzusetzen, als er auch gethon het. Es war ainer vom Vogelsperg einher, genannt Thoman Mayr, ain kriegsman, der wiglet die pauren allenthalben uf, wo er mocht. Er hett etlich edelleuten in der

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selben landtsart, als denen von Neuneck[1] und andern, ire heuser geblindert, das geschütz zu handen gepracht. Der sterkt sich nun deglichs, in maßen er sich für Albeck, das schloß zu Sulz, so domals die herren von Geroltzeck inhetten, legern dorfte. Nun hetten aber die baidt gebrüeder

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von Geroltzeck, herr Gangolf und herr Walther, das haus wol besetzt, derhalben der pauren fürnemen dester langsamer zugieng. Mitler zeit practiciert iren oberster, Thoman Mayer, bei denen zimbrischen, als denen nechsten, auch [624] andern nechstgesessnen, underthonen, sein macht

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damit zu sterken, und griff die sach mit solchem ernst an, das er herr Johanns Wernhers, auch seins brueders, herrn Wilhalm Wernhers hinderseßen, mertails was uf dem landte, dohin brachte, das sie von ir herrschaft fielen und ime zuzogen. Indess het der schwebisch pundt die pauren an

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der Tonow, im Algew und andern oberlendischen orten gestilt. Der zog über den Hewberg und kam biß geen Ostorf bei Balingen. Dieweil aber die pauren im landt zu Würtemberg mit macht uf waren und dann der pauren oberster vor Waldt sich deglichs starkte und grosen unwillen hin

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und wider tribe, war noch im zweifel, ob herr Jörg, truchseß, des pundts oberster, den Schwarzwälder haufen erstlichs angreifen oder aber in Würtemberg ziehen wolte. Nun war denen von Rotweil dieses alles wol bewist. Die besorgten, waverr der punt zu inen kommen und die

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Schwarzwälder pauren straffen, das inen solchs ohne sonder nachtail oder schaden nit zergeen; derhalben schickten sie zu herr Jörgen, truchseßen, auch den pundtsräthen, mit anzaig, das sie ire, auch die zimbrischen underthonen, als die mit inen im purkrecht, abmanen wellten. Neben dem, so

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baldt herr Wilhalm Wernher durch seine kuntschafter erfaren, das der punt in der nehe, die ufrürer vor Waldt zu straffen, war er eilends uf, nam Wolfen Schweningern vom


  1. von Neuneck] über die in dieser chronik oft erwähnten herrn von Neuneck s. Lichtschlag, zur Geschichte der Familie von Neuneck, in Mittheilungen des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde in Hohenzollern, IX. Jahrg., s. 76 ff.; Locher, Die Herren von Neuneck. Urkundlicher Nachweis ihrer Glieder und Besitzungen. Ebendas. XI. Jahrg., s. 65 ff., und XII. Jahrg., s. 12 ff.
Empfohlene Zitierweise:
Froben Christoph von Zimmern: Zimmerische Chronik. Band II. Herausgegeben von Karl August Barack. Akademische Verlagsbuchhandlung von J. C. B. Mohr, Freiburg, Tübingen 1881, Seite 625. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zimmerische_Chronik_2_625.jpg&oldid=- (Version vom 12.4.2018)