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Seite:DE CDA 5 210.jpg

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254.

1396. Die Rathmannen von Zerbst bekunden die Gründung und Bewidmung eines neuen Altars in der Bartholomäikirche daselbst seitens der Wittwe Heyle Frihe und Peters Meinsdorf.

Wy ratmanne aide unde iunge der stad tu Czerwist bekennen openbar mit dessem opin brive vor allen luden, dy on syn ader hören lesen, dad wy med eyndracht unde ganczer fulbort der schepen, innyngesmeysteren unde der borger algemeyne der stad tu Czerwist hebben vorkoft recht unde redeliken unde vorkopen den wysen luden Hey- len, Hans Frihen seliger dechtnisse eliken wedewen, unde Peter Meynstorpe, orer swe- ster sone, unde allen oren beyden erven sehes marc ingeldes ierliker gewissen gulde Czerwister werunge vor anderhalfhundert marc Czerwister gewere, dy sy uns darvor vul und al betalet hebben. Dyselven sehes marc hebben dy gnanten Heyle dy Fry- inne unde Peter Meynstorp unde ore erven gelehet unde bestediget tu dem altar, den sy tu sunthe Bartholomeuse in der nyghen cappellen mit orem eygen gude von nyges up gesticht unde gebuwet hebben unde gewyhet lathen in Godes ere unde senthe Marien syner lyven müder, darna in sunte Erasmus ere unde der hiligen dryer koninghe, sunthe Laurentz, sunthe Ulrik, sunthe Cristoferi unde in aller hiligen ere dorch trost orer vorfaren elderen syle unde umme orer eygen salicheyt. Denselven altar mögen unde solen dy mergnanten Heyle dy Fryinne, Peter Meynstorp unde ore erven lyhen eyme pristere, dem sy iz dorch Got gunnen. Ok wanne dy ergnante Heyle unde Peter Meynstorp avegan, so schal dy eldeste, dy or neheste erve iz, dad sy frowe ader man, den altar lyhen eyme pristere, alzo vor gescreven stad, wenne syk dat geboret, med rade der andern erven. Darumme so hebbe wy geredet unde gelovet unde reden unde loven eyndrechtliken in guden truwen deme pristere, deme dyselve altar von on ader oren erven gelegen wert, dyselven sehes marc alle iar ierlike fulkomeliken tu betalen unde tu geven mit grosgen ader mit silver ader wu tu Czerwist eyne gemeyne were iz, up sulkedage tyhet, alzo hyrna gescreven stad, so dad wy on solen unde willen ge- ven alle iar up Osteren twe marc geldez, up sunthe Johannes baptisten dach twe marc geldes unde up den nehestin sundach nach sunthe Michils dach twe marc geldes ane allerleye hindernis. Unde darmede schal dy pristere dez tinses unde geldes, alles ge- schotes stad rechtes gewonheyt unde willekor ledich unde fry syn. Darvan so schal dy prister dez altares alle iar ierlike eyne gewonlike gedechtnisse dun mit eyme fer- dinge tu kore tu gevende, unde darna dez nehestin anderen dages eyne spende maken eyme ysliken armen menschen, dy des denne wardet unde begeret, eynen penningh dorch Got tu gevende ader eyn witbrod eynes penninges wert. Ok so schal dy prister dez- selven altares alle iar ordeliken unde redeliken halden glik den andern vicarien tu sunthe Bartholomeuse. Unde worde dad eyne sake, dat wi ader unse nakomelinge dy overgescreven sehes marc geldez wederkopen wolden, so schole wi unde willen ader unse nakomelinge umme anderhalfhundert marc ader, wen wi mögen, tu vorn an sehes marc ewiger gewissen gulde unde ierlikes tinses tu selvem altar wedderkopen alzo, dad prister ader vorweser dezselven altares der sehes marc geldes nicht untfernet noch untfremdet worden, wan dad sy med sulken tinsen, gülden unde briven ewelik alle iar

Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Codex diplomaticus Anhaltinus. Fünfter Theil. 1380-1400.. Dessau: Emil Barth, 1881, Seite 210. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:DE_CDA_5_210.jpg&oldid=- (Version vom 31.7.2018)